Fake-News

Allgemeines zum Thema Erdgasfahrzeuge was nicht in die anderen Rubriken passt.

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DerBjoern
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Beitrag von DerBjoern » 16.10.2017 13:41

Bassmann hat geschrieben:
Gulbenkian hat geschrieben:... Es gibt durchaus etliche Gegenden die schlecht versorgt sind, da kauft sich kein rational denkender Mensch einen CNG PKW kauft.
Es gibt auch Gegenden, bei denen ich von der Anschaffung eines CNG-Autos DERZEIT abraten würde.
Ich muss leider zugeben das ich zur Zeit KEINEM mehr empfehle auf CNG zu setzen. Ich bin selber im Grunde zwar zufrieden, aber angesichts des Tankstellenschwundes in meiner Region und auch Deutschlandweit -entgegen den Lippenbekenntnissen von VW- würde ich keinem mehr dazu raten.
Ich bin froh das sich der Aufpreis für meinen Seat Mii längst gerechnet hat. Aber ein neues CNG Fahrzeug würde ich mir momentan nicht mehr kaufen. Ich hoffe das meiner noch ein paar Jahre hält und auch die letzten Tankstellen hier nicht dicht machen.
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DerRaucher
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Beitrag von DerRaucher » 16.10.2017 13:55

So pauschalisieren lässt sich das nicht. In Oldenburg würde ich jedem empfehlen ein CNG Auto zu kaufen, 5 Tankstellen in Oldenburg und alle 20 km Umzu.
Und was hat VW mit den Tankstellen zu tun? Die gehören i.d.R. den Stadtwerken.
Entweder war deren Konzept nicht gut genug oder der Markt in der Region hat es nicht zugelassen das die Tankstelle sich wirtschaftlich nicht rechnet.

@bljack, VWG Oldenburg hat letztes Jahr den letzten Dieselbus abgegeben und hat jetzt ca. 90 Erdgasbusse in Benutzung. Auf dem Betriebshof steht eine eigene Tankstelle mit mittlerweilen 6 Verdichtern. Ich glaube am Tag gehen ca. 20t Erdgas durch. 2 eigens für Busse konzipierte Säulen mit deutlich grösseren Rohrquerrschnitten. In der selben Zeit in der ein Caddy 30 kg tankt sind es beim Buss 150 kg. In Kooperation mit der EWE scheint das Konzept zu klappen. Man muss es nur wollen.

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Trelo
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Beitrag von Trelo » 16.10.2017 18:27

DerRaucher hat geschrieben: Und was hat VW mit den Tankstellen zu tun?
Weil VW im Zuge des Dieselskandals über eine Kampagne zur Erweiterung der Tankstelleninfrastruktur ausgerufen hat. Genannt wurde eine Erweiterung auf 2000 Tankstellen deutschlandweit.
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Gulbenkian
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Beitrag von Gulbenkian » 16.10.2017 18:46

supercruise hat geschrieben:Und dennoch ist es mit CNG eben noch sauberer, klimaschonender und leiser.
Bringt nur nichts, wenn es im Einzelfall absolut unpraktikabel ist. Klimaschonender, joah, je nach Herkunft. Leiser? Es gibt auch leise Diesel und laute Erdgaser.
supercruise hat geschrieben:macht im Geheimen Vorschläge wie wir diese Pest loswerden
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DerRaucher
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Beitrag von DerRaucher » 16.10.2017 20:02

Trelo hat geschrieben:
DerRaucher hat geschrieben: Und was hat VW mit den Tankstellen zu tun?
Weil VW im Zuge des Dieselskandals über eine Kampagne zur Erweiterung der Tankstelleninfrastruktur ausgerufen hat. Genannt wurde eine Erweiterung auf 2000 Tankstellen deutschlandweit.
https://www.google.de/amp/www.spiegel.d ... 1-amp.html

VW sorgt für die Fahrzeuge, die Gasgewerkschaften für die Tankstellen. Da steht nix davon das VW für die Tankstellen zuständig ist. Nur das VW in dieser Initiative mit anderen Gewerkschaften die Führung übernimmt. Vielleicht koordiniert VW die Planung oder verpflichtet sich bei neuen Tankstellen dafür zu sorgen das ein geschultes Autohaus in der nähe ist. Aber fürs Errichten und Betreiben sind Firmen wie PitPoint, Eon, EWE und Co zuständig.

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Beitrag von Trelo » 17.10.2017 04:41

Was anderes habe ich nicht gesagt! ;-)

Wer die Tankstellenbetreiber sind, ist mir schon klar.
Ich fahre auch schon ein paar Jahre CNG...
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Gasgeberin
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Beitrag von Gasgeberin » 17.10.2017 06:55

Also CNG ist definitiv leiser als ein Diesel. Bei Diesel könnte man ja auch noch etwas mehr Dämmung reinpacken. ... die kann man sich dann bei CNG sparen.
Also mein A3 1,4l g-tron ist viel leiser als der A8 V8 4,2 TDI (Komforteinstellung), wenn man vorne sitzt. Also das reine Motorengeräuch. Besonders beim Kaltstart. Eigene Erfahrung von diesem WE.
Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.

Robert
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Beitrag von Robert » 17.10.2017 09:31

Am Ende ist das Umweltargument oft doch nur vorgeschoben, gerne mitgenommen oder wie auch immer.
Wer bis drei zählen kann, der weiß auch sofort, dass bei dieser Entscheidung es zu 98% um Wirtschaftlichkeit geht. Kein Verkehrsbetrieb kann es sich leisten unwirtschaftliche Entscheidungen zu fällen. Und grade den Verkehrsbetrieben vorzuwerfen, die es ausprobiert haben, dass sie nicht rechnen können, das halte ich für zu kurz gesprungen.
Da Verkehrsbetriebe, die Erdgasbusse im Einsatz haben eigentlich auch immer zusätzlich noch Dieselbusse betreiben, haben die klare und eindeutige Zahlen in ihren Büchern stehen und die besagen an solch einer Stelle wohl eindeutig, dass der Erdgasbus teurer kommt.
Es ist nicht immer Verschwörung, unsinnige Lobbyarbeit oder was auch immer, sondern diese Randbedingung stimmt einfach nicht.

ringobert
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Beitrag von ringobert » 17.10.2017 09:39

Fake News rufen scheint ja auch schwer in Mode gekommen zu sein :eek:

Ich bin natürlich auch der Auffassung, dass sich die Zahl der Dieselfahrzeuge schleunigst reduzieren muss. Die große Sauerei ist ja, dass da offensichtlich jahr(zehnt)elang vertuscht wurde, wie viel dreck die motoren eigentlich ausstoßen. dass jetzt aber nicht alle fahrzeuge auf einmal verschwinden können, ist auch klar. meiner meinung nach sollte der skandal nicht dazu führen, cng-autos für jedermann zu fordern. dann geraten wir vom regen in die traufe.

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Gulbenkian
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Beitrag von Gulbenkian » 17.10.2017 11:10

Trelo hat geschrieben:Weil VW im Zuge des Dieselskandals über eine Kampagne zur Erweiterung der Tankstelleninfrastruktur ausgerufen hat.
VW hat eben nichts "ausgerufen". Die sind Teil der Initiative, wie viele andere Unternehmen. VW da inden Vordergrund zu stellen finde ich verkehrt. Problem sind aktuell nicht so sehr die Fahrzeuge, eher die Infrastruktur.
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Beitrag von Trelo » 17.10.2017 15:15

Ja, VW ist hier nur Trittbrettfahrer, aber eben als großer Konzern in den Medien präsenter als viele anderen. (Willkommener Marketingsprech im Zuge des Dieselskandals)

Niemand stellt hier VW in den Vordergrund, das tun die Medien.
Und wenn ein User VW exemplarisch nennt, dann wohl auch, um die Situation zu kritisieren, dass es eben nicht reicht, nur "große Töne zu spucken".

Das taten andere auch vorher...
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supercruise
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Beitrag von supercruise » 17.10.2017 20:39

Gulbenkian hat geschrieben:
supercruise hat geschrieben:Und dennoch ist es mit CNG eben noch sauberer, klimaschonender und leiser.
Bringt nur nichts, wenn es im Einzelfall absolut unpraktikabel ist. Klimaschonender, joah, je nach Herkunft. Leiser? Es gibt auch leise Diesel und laute Erdgaser.
Well to Wheel liegt konventionelles Methan, also Erdgas, bereits besser als Diesel. Außerdem kann es zu keiner Ölpest auf dem Transportweg kommen und die Meere werden nicht verlärmt. Eine energieintensive Raffinerie benötigt man auch nicht.
Das ist ja auch ein Vorteil zu LPG.

Zwar muss Methan entschwefelt und getrocknet werden, aber der Energieaufwand ist dabei längst nicht so hoch, wie beim Raffinieren. Mir ist auch klar, dass der Pipeline-Transport Energie kostet, aber das ist eben umweltverträglicher als mit dem Schiff, welches mit Schweröl fährt.
Gulbenkian hat geschrieben: Ist bei Dir Ideologie, oder?
Ja, teilweiße schon. Die Entscheidung zu CNG fiel einfach aus der Logik, denn CNG ist der beste Kraftstoff auf dem Markt. Dieselfahrzeuge sind einfach zu problembehaftet, nicht nur im Bezug auf die Umwelt. Benzin ist zu teuer, begrenzter und verbrennt auch bei weitem nicht so sauber wie CNG. Natürlich war die Entscheidung auch eine Wette auf die Zukunft.

Und ich gebe es zu, dass es mich ärgert, weil man diese wirtschaftliche und vergleichsweiße saubere Lösung nicht etabliert. Dabei würde man auch den Verbrennungsmotor länger am Markt halten können, weil CNG bei der Luftreinhaltung und beim CO2-Ausstoß Diesel und Benzin überlegen ist.

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bljack
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Beitrag von bljack » 18.10.2017 06:15

DerRaucher hat geschrieben:@bljack, VWG Oldenburg hat letztes Jahr den letzten Dieselbus abgegeben und hat jetzt ca. 90 Erdgasbusse in Benutzung. Auf dem Betriebshof steht eine eigene Tankstelle mit mittlerweilen 6 Verdichtern. Ich glaube am Tag gehen ca. 20t Erdgas durch. 2 eigens für Busse konzipierte Säulen mit deutlich grösseren Rohrquerrschnitten. In der selben Zeit in der ein Caddy 30 kg tankt sind es beim Buss 150 kg. In Kooperation mit der EWE scheint das Konzept zu klappen. Man muss es nur wollen.
Ok, das entspricht dann aber einer sehr großen Tanke mit vermutlich entsprechend hohem Kompressorwirkungsgrad. Bassmann hatte ja den Vorschlag, an den Endhaltestellen "Kleinst-Tanken" aufzustellen, damit die Busse dort beim Warten auf die Rückfahrt kleine Mengen bunkern können, ähnlich der Variante für E-Busse an den Endhaltestellen induktive Ladepunkte zu schaffen.

Mich würde ja mal wirklich interessieren, wie die Rechnung hinsichtlich der Nicht-Wirtschaftlichkeit der CNG-Busse zustande gekommen ist. Welche Ausgabenposten habe ich beim CNG-Bus, die ich bei Diesel nicht habe bzw. welche sind dermaßen höher, dass sich der Vorteil beim Kraftstoff wieder egalisiert? Das die Betreiber da kein Interesse an der Umwelt haben steht da ja noch außen vor.
Mit dem ecoup umweltfreundlich unterwegs :-)
Lebensdauer der ersten Flaschen: 3 Jahre (1. HU nach Kauf), 104tkm; Austausch auf Kulanz (100%) bei 105tkm

Seit 06/2017 hin und wieder auch mit einem Leon ST TGI, wenn meine Holde mich lässt :-) :-)

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Robert
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Beitrag von Robert » 18.10.2017 10:18

supercruise hat geschrieben:
Gulbenkian hat geschrieben:
Well to Wheel liegt konventionelles Methan, also Erdgas, bereits besser als Diesel. Außerdem kann es zu keiner Ölpest auf dem Transportweg kommen und die Meere werden nicht verlärmt. Eine energieintensive Raffinerie benötigt man auch nicht.
Das ist ja auch ein Vorteil zu LPG.

Zwar muss Methan entschwefelt und getrocknet werden, aber der Energieaufwand ist dabei längst nicht so hoch, wie beim Raffinieren. Mir ist auch klar, dass der Pipeline-Transport Energie kostet, aber das ist eben umweltverträglicher als mit dem Schiff, welches mit Schweröl fährt.

Und ich gebe es zu, dass es mich ärgert, weil man diese wirtschaftliche und vergleichsweiße saubere Lösung nicht etabliert. Dabei würde man auch den Verbrennungsmotor länger am Markt halten können, weil CNG bei der Luftreinhaltung und beim CO2-Ausstoß Diesel und Benzin überlegen ist.
Naja, das klingt bei dir besser als es tatsächlich ist. Aus meiner Sicht nehmen sich CNG/Benzin/Diesel Well to Wheel nicht wirklich viel. Je nach Quelle, je nach dem wer gerechnet hat und von wem der dafür bezahlt wurde, ist es hier oder da ein bisschen besser.
Beim CNG wird dabei z.B. gerne der elektrische Aufwand für das Komprimieren vergessen, der gar nicht mal so unerheblich ist. Genauso wie die Verschiffung per LNG immer mehr zunimmt. Sprich es gibt da auch einige (andere) Faktoren, die man nicht vergessen sollte.
Darum teile ich eines nicht, nämlich das einseitige "längst nicht so hoch".

Und bei der Wirtschaftlichkeit darf man eines nicht vergessen, billiger ist es nur, weil unser Staat auf viele Steuermilliarden im Vergleich zu Diesel und Benzin verzichtet. Bei einer großflächigen Verbreitung würde das sicher zu einem wirtschaftlichen Problem werden.

Robert
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Beitrag von Robert » 18.10.2017 10:20

bljack hat geschrieben: Mich würde ja mal wirklich interessieren, wie die Rechnung hinsichtlich der Nicht-Wirtschaftlichkeit der CNG-Busse zustande gekommen ist. Welche Ausgabenposten habe ich beim CNG-Bus, die ich bei Diesel nicht habe bzw. welche sind dermaßen höher, dass sich der Vorteil beim Kraftstoff wieder egalisiert?
Dieser Artikel ist ja nicht der erste der Art. Es klingt immer wieder durch, dass die CNG-Busse bzgl. Defekten und Wartung deutlich kostenintensiver sind.
Und der Kostenvorteil beim Kraftstoff wird nur marginal sein.

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