Neuer gebrauchter T4 mit Problemen: Standgas, Leichtes Rucke

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Malte
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Neuer gebrauchter T4 mit Problemen: Standgas, Leichtes Rucke

Beitrag von Malte » 01.03.2016 11:53

Hallo,

seit einer Woche bin ich mit Erdgas unterwegs. Ich habe mir einen alten T4 Caravelle 2.0 (Ez: 97) mit Erdgas (Tatarini) zugelegt. Erstbesitzer war RWE, ich weiß aber nicht wo und wann das Fahrzeug nachgerüstet wurde. Tut aber vielleicht auch nichts zur Sache. Im Grunde bin ich sehr zufrieden. Das Fahrzeug hat (vielleicht auch aufgrund des Alters) einige Eigenheiten, von denen ich möglichst wissen würde, ob ich die beheben kann oder ob sie einfach durch das alter Bedingt sind. Leider war meine Suche im Netzt nicht erfolgreich. Folge probleme treten auf:

Das Fahrzeug starte ich eigentlich immer auf Benzin und fahre erstmal eine kurze Strecke, bevor ich umschalten. Mit Benzin läuft das Standgas nicht ordendlich. Die Drehzahl fällt ruckartig alle paar Sekunden auf 500 1/min und steigt dann wieder auf die normal Drehzahl an. Bei Teillastfahrten oder kurzem Gaswegnehmen kann es auch mal passieren, dass er leicht ruckt. Unter Erdgas fährt er einwandfrei. Bin leider nicht der Autospezi, habt ihr einen Verdacht? Ist zwar kein typisches Erdgasproblem, aber vielleicht führen ja z.B. alte Zündkernen zunächst im Benzinbetrieb zu Problemen, bevor man es im Gasbetriebt merkt, oder Ähnliches.

Zweite Sache, wenn man während der Fahrt (unter Erdgas) auskuppelt und sich rollen lässt, dann singt die Drehzahl kurz auf etwa 500-600 1/min und pendelt sich dann im normalen Bereich wieder ein. Dabei ist es nun ein paar wenige Male vorgekommen, dass das Fahrzeug ausgeht. Habt ihr da einen Tip?

Vielen Dank,

Malte

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 01.03.2016 12:26

Hallo, und willkommen im Club!
... , aber vielleicht führen ja z.B. alte Zündkernen zunächst im Benzinbetrieb zu Problemen, bevor man es im Gasbetriebt merkt ...
Nein, das ist eher genau umgekehrt. Wenn die Zündung spinnt, merkt man das idR zuerst im Gasbetrieb.

Es ist aber sicherlich eine gute Idee, die Zündkerzen zu begutachten und bei erkennbarem Verschleiß auch zu ersetzen, möglichst durch solche mit nur einer Masseelektrode. Und die sollte enger gestellt werden als für den Motor im Handbuch steht. Das Zündgerödel wäre dann der nächste Verdächtige. Stichwort für die Suchfunktion: Blumenspritze.

Im übrigen scheint mir die wegsackende Drehzahl möglicherweise in beiden Betriebszuständen die gleiche Ursache zu haben. Guck also auch bitte zB auf die Massekabel zwischen Akku und Karosserie sowie Karosserie und Motorblock.

MfG Bassmann
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dridders
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Beitrag von dridders » 01.03.2016 13:06

Fangen wir mal einfach an: wie alt ist denn die Bruehe im Tank? Wenn die schon mehrere Monate oder gar Jahre auf dem Buckel hat, dann raus damit und frisches Zeug rein. Damit koennten sich die Probleme auf Benzin schon erledigt haben. Wenn nein, dann mit konventioneller Benzindiagnose weiter machen, a la Luftmassenmesser, Drosselklappenpoti, Lambdasonde, etc.

Die Absacker bei CNG: nicht unbedingt ungewoehnlich, gerade bei 'ner alten Venturi, wie hier vermutlich vorliegt. Teils kann man etwas nachstellen, mit Pech (wenn derjenige der es macht keinen Plan hat) geht der Schuss aber nach hinten los... ansonsten mal schauen, ob der Wagen irgendwo Falschluft ziehen kann, irgend 'ne marode Dichtung oder lose Schelle am Ansaugtrakt z.B. Und falls sowas wie ein Sportluftfilter verbaut ist: wegwerfen und originalen Papierfilter rein.

Bassmann:
Zuendung glaub ich fast nicht, dann haette es gerade im CNG-Betrieb auch deutliche Ruckler

Malte
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Beitrag von Malte » 01.03.2016 13:08

Danke für die schnelle Antwort!
Den Beitrag mit "Blumenspritze" und gucken ob es funkt hatte ich bei meiner Recherche gefunden. Werde ich ausprobieren. Naja, vielleicht vorher nochmal genau nachlesen, was ich machen muss. Mich hatte ein bisschen gewundert, dass das Standgasproblem nur bei Benzin auftritt und es sehr regelmäßig ist. Habe fast das Gefühl, dass es immer auftritt wenn ein bestimmter Zylinder zünden will. Spricht natürlich für einen Kontaktfehler eines Zündkabels oder ähnliches. Jedoch hätte ich erwartet, dass es dann auch nach Umschalten auf Erdgas auftritt. Nach Umschalten ist das Problem aber schlagartig weg. Alte Zündkerzen hatte der Vorbesitzer noch im Auto liegen, dann gucke ich mal was das für welche sind und gleiche das mit dem Handbuch ab.
Kann es auch an der Motorsteuerung liegen? Ist sowas nicht lernfähig und sollte hin und wieder zurückgestellt werden? Lernt das Steuergerät unterschiedliches, wenn man Ergas oder Benzin fährt?

Das Wegsacken der Drehzahl (im Erdgasbetrieb) beim Gaswegnehmen ist im Vergleich zu dem Standgasproblem im Bezinmodus deutlich gleichmäsiger. Das Fahrzeug läuf während des wegsackens werder unrund noch hört es sich großartig anders an. Hatte fast das Gefühl, dass der Drehzahlmesser eine andere Drehzahl anzeigt als der Motor läuft ( kurzzeitig beim Absacken). Das es aber nciht so ganz richtig sein kann fiel dann natürlich auf, als das Fahrzeug mal ausging.

VG, Malte

Malte
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Beitrag von Malte » 01.03.2016 13:13

ach, sry. hatte zu spät gesehen, dass noch eine Antwort rein kam.

Das Benzin war vermutlich schon älter. Das Fahrzeug wurde in den letzten 1,5 Jahren nur 7000 km bewegt und dabei wohl überwiegend auf Gas. Im Tank waren noch etwa 1/5 Benzin. Ich habe nun natürlich etwas voreilig den Tank wieder voll gemacht. Aber wenn es am schlechten Benzin liegt, verbessert sich die Situation ja vielleicht trotzdem.

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dridders
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Beitrag von dridders » 01.03.2016 13:16

Wenn es wirklich nur einen Zylinder betreffen sollte, dann liegt es eher an einer Benzineinspritzduese, die z.B. was verklebt ist. Reinigung im Ultraschallbad kann helfen. Das zaehlt dann zur klassischen Benzindiagnose (auch wenn der Fehler bei Gas eher auftritt, weil das Benzin laenger in der Duese steht)

Die Motorsteuerung ist kontinuierlich anpassend. Ein Reset bringt also nichts, solange sich die Bedingungen nicht geaendert haben. Es mag dann kurzzeitig besser werden, sie lernt sich aber dann sofort wieder rum. Erst wenn das eigentliche Problem behoben ist wird es dann wieder gut. Das Problem kann natuerlich auch die Gasumruestung sein, dann sollte nach einem Reset das Problem weg sein, bis der Wagen wieder mit Gas betrieben wird. In dem Fall muesste ein ordentlicher Lambda-Simulator eingebaut werden, bzw. der vorhandene richtig eingestellt werden.

Malte
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Beitrag von Malte » 01.03.2016 13:25

uii, Lambda-Simulator klingt schon komplizierter. Ich denke ich fange erstmal einfach an.

- Zündkerzen checken

- bisschen mehr Bezin fahren und gucken ob es sich verbessert (evtl. war Sprit zu alt und vielleicht reinigt es ja auch etwas die Benzineinspritzdüse, sowas kann ich selber vermutlich nicht ausbauen und reinigen.)

Um zu chekcen ob es Zündprobleme (elektrik) oder auch an einer Einspritzdüse liegt, macht es Sinn systematisch ein Zündkabel nach einander mal abzuziehen? Wenn ich den Kränkelten Zylinder erwischt habe, sollte der Motor doch wahrscheinlich weiter laufen und ansonsten nach kurzer Zeit ausgehen, oder?

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dridders
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Beitrag von dridders » 01.03.2016 14:15

der Zylinder wird nicht komplett ausgefallen sein, ansonsten waere der Lauf auf Benzin insgesamt sehr unruhig. Es wird wenn eher das Gemisch nicht passen, weil einer halt zu wenig versorgt wird. Beim Abschalten eines einzelnen Zylinders, entweder ueber Zuendkabel oder Einspritzduese, wird der Lauf dann bei jedem Zylinder schlechter werden, bei einem ggf. aber nicht soviel schlechter wie beim Rest... aber ob man das gesichert erkennt ist fraglich.

Die Einspritzduesen lassen sich teilweise schon selbst ausbauen, je nach Alter braucht es nur neue Dichtungen beim Zusammenbau. Und man sollte sich natuerlich bewusst sein, dass dabei Kraftstoff austritt. Reinigung wuerde mit einem ganz normalen Ultraschallreiniger erfolgen, manchmal ist auch ein Optiker bereit die mal eben ins Bad zu werfen.

Ausgehen wird die Maschine uebrigens wohl selbst dann nicht unbedingt wenn du 2 Zylinder lahmlegst ;-) Nur verdammt unruhig laufen und kaum noch starten.

Ich denke rein auf Benzin fahren wird bei dir nicht helfen, dann duerfte es besser werden, wenn er ein paar Minuten im Leerlauf laeuft. Reinigungswirkung an der Duese koennte sein, aber reines Benzin hilft meist nicht sehr gut, dann eher einen ordentlichen Duesenreiniger testen... aber dafuer sollte der Tank vermutlich auch eher leer sein, weil das Zeug sonst nur in homoeopatischer Dosis vorne ankommt.

Bertram1958
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Beitrag von Bertram1958 » 01.03.2016 15:01

Beim T4 wird viel mit Unterdruckschläuchen geregelt.
Wenn die alt und brüchig sind, lohnt es sich die zu ersetzen.
Immer schön ein Stück nach dem anderen.
Auch deren Anschlussstücke kontrollieren.

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Beitrag von Bertram1958 » 01.03.2016 16:52

Und was ich vergessen hab:
Drosselklappe mal reinigen kann nicht schaden, die Stellung der Drosselklappe sollte danach neu angelernt werden.
Hier gibt es die T4 Wiki: http://www.t4-wiki.de/
Da drin ist die B-Liste (Bardis Liste) mit allerlei Benziner-Kummerhilfen für den geplagten T4 Fahrer

Malte
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Beitrag von Malte » 02.03.2016 08:27

Super, vielen Dank. Da arbeite ich mich durch.
War gestern nochmal mit dem Bus unterwegs. Im Standgas ist mir folgendes aufgefallen. Also einmal ist das Absacken doch nicht so gleichmäßig, dass immer der selbe Zylinder betroffen ist. Zudem ist mir aufgefallen, dass während des Absackens der Drehzahl auch die Benzinpumpe leiser wird bzw. nicht mehr zu höhren ist. Nun weiß ich natürlich nicht, ob dass Absacken der Drehzahl durch ein mögliches Abschalten der Bezinpumpe entstehen kann, oder ob das Abschalten der Bezinpumpe durch das Absacken der Drehzahl entsteht.

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Beitrag von Bertram1958 » 02.03.2016 10:54

Ich höre meine Benzinpumpe nur, wenn der Motor nicht läuft. (also vor dem Start)
Jammert die so laut?
Es kommt vor, dass wenn mit zu leerem Benzintank lange gefahren wird, die Benzinpumpe leidet, weil sie trockenläuft.
Das hat aber in der Regel eher einen Totalausfall als Folge.

Wenn sie Druck aufgebaut hat, kann sie aber auch mal anhalten, das wäre normal.

Dass der Motor in der Drehzahl absackt oder mal sägt sowohl auf Benzin als auch auf Gas ist aber nicht auf die Benzinpumpe zurückzuführen.
Eher mit der Leerlauf-Regelung, also dem Unterdruckgedöns oder der dem Drosselklappenpotentiometer (wenn der abgenudelt ist, hat er ein "Loch", gibt also stellenweise falsche Werte)
Meiner hat wegen defektem VW-Motor-Steuergerät lang Zicken gemacht, das wollen wir aber mal nicht hoffen.....
--
Nachtrag:
Es waren auch schon Dichtungen der Benzin-Einspritzdüsen spröde, dann läuft der Motor auch bescheiden, weil er Nebenluft zieht.

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dridders
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Beitrag von dridders » 02.03.2016 11:25

ist die Pumpe beim T4 wirklich schon druckgesteuert? Ich kenns von den Baujahren bei Ford eigentlich nur als Dauerlaeufer. Druckregelung wird eh ein Druckregler vorne am Rail uebernehmen.

Eine verreckende Benzinpumpe mag vielleicht den Motor im Leerlauf schon zum Schwanken bringen, aber das wirst du waehrend der Fahrt, erstrecht bei Last, dann eigentlich noch viel schlimmer merken.

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Beitrag von Malte » 02.03.2016 15:03

Also ich denke, dass das was ich da höre die Benzinpumpe ist. Wir hatten mal einen alten Audi A6, da hörte sich die Pumpe ähnlich an. Jedoch ist das Geschräusch nur im Innenraum zu höhren. Wenn ich die Motorhaube aufmache höre ich nichts davon. Kann ein anderes Teil solch ein geräusch machen? Lüftung hatte ich aus.
Mir bleibt ja eigentlich ncihts anderes übrig als alles nacheinander durchzugehen. Achso, was mir aufgefallen ist: Wenn ich an die Ampel ranrolle und auskuppel, dann dauert es erstmal einen kurzen Zeitraum, bis das Leerlaufschwanken beginnt.
Gut, ich fange nun mit den Zündkernen an.
Verbaut sind Beru 14R-7DU mit 0,8mm Elektrodenabstand

Nun habe ich in das T4 wiki geguckt: http://www.t4-wiki.de/wiki/Z%C3%BCndkerze

und einige mögliche Zündkerzen gefunden. Da steht z.B 0,7-0,9mm Elektrodenabstand. Nun hatte Bassmann geschrieben, dass die Zündkerzen enger gestellt werden müssen. Damit ist der Elektrodenabstand gemeint, oder? Wie viel kleiner muss der sein?

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 02.03.2016 15:31

Lass die Kerzen mal bei 0,7mm, wenn 1,1 vorgegeben wären, hätte ich 0,8 gesagt.

MfG Bassmann
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