Mehr Gas im Tank: Adsorbent natural Gas

Es tut sich was in den Labors der Auto- und/oder Gasanlagenhersteller? Hier ist Platz für Informationen darüber.

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supercruise
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Beitrag von supercruise » 02.04.2017 13:52

Hat diese Technik bessere Marktchancen als MOFs? Wann kann man mit einem Serieneinsatz rechnen?

ZafiraCNG
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Beitrag von ZafiraCNG » 02.04.2017 17:01

supercruise hat geschrieben:Hat diese Technik bessere Marktchancen als MOFs? Wann kann man mit einem Serieneinsatz rechnen?
MOFs sind Metal organic frameworks. Das sind Metall-kationen mit organischen Liganden, die ein dichtes, käfigartiges Netz ausbilden. Aufgrund der riesigen Oberfläche adsorbieren Moleküle in den MOFs, daher Adsorber. Bei niedrigen Drücken sind die Gasmoleküle also dichter gepackt und der MOF bringt sehr große Vorteile. Das zeigt die BASF in ihren Präsentationen. Vergleiche mit 250 Bar bringt die BASF aber nicht. Wenn die Drücke aber sehr hoch werden (250 bar), dann bringt der MOF weniger Vorteile. Der MOF selbst benötigt ein Volumen und besitzt eine Masse, die man transportieren muss. Die BASF entwickelt das Zeug vielleicht eher für Campingflaschen o.ä. Keine Ahnung, ob die dort auch 250 bar haben. Im CNG Bereich ist damit wohl nichts zu verdienen.

Diese Technik wird nicht kommen, weil bereits ohne MOFs die Methanmoleküle bei 250 bar vergleichsweise dicht gepackt sind. Vielleicht bringt de MOF beim Wasserstoff etwas, um da auf niedrigere Drücke zu kommen. Ist die Infrastruktur mit 800 bar aber erst einmal aufgebaut, wird es auch dort mit den MOFs eng.

supercruise
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Beitrag von supercruise » 07.06.2017 13:38

BASF beherrscht derzeit den noch jungen MOF-Markt. Der Konzern hat sich die Speicherung von Methan zum Ziel gesetzt, denn Schiefergas ist kostengünstig und zunehmend verfügbar. Mit diesem Erdgas betriebene Autos würden daher geringere Betriebskosten verursachen und zudem weniger CO2 erzeugen als konventionelle Fahrzeuge. Gegenwärtig muss das Erdgas allerdings in sperrigen und teuren Hochdrucktanks gespeichert werden, was viele abschreckt. Mit MOFs ließe sich dieses Problem lösen – sie können bei geringeren Drücken mehr Methan speichern.
http://www.spektrum.de/news/metall-orga ... in/1355898

ZafiraCNG
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Beitrag von ZafiraCNG » 07.06.2017 19:24

supercruise hat geschrieben:. Gegenwärtig muss das Erdgas allerdings in sperrigen und teuren Hochdrucktanks gespeichert werden, was viele abschreckt. Mit MOFs ließe sich dieses Problem lösen – sie können bei geringeren Drücken mehr Methan speichern.
Bei niedrigem Druck geht mehr rein, bei hohem Druck geht da gleich viel, bis weniger Gas rein. Der MOF bringt einem in Sachen Reichweite nicht weiter...
Der Vorteil, dass ich die Flaschen zuhause mit niedrigem Druck betanken kann, bringt nichts. Da kann ich dann dank MOF statt 20km 50km weit fahren, bringt nix...

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 07.06.2017 22:05

Der Vorteil der MOFs wäre imho, wenn man bei 220bar Tankdruck und 100Liter geometrischem Tankvolumen statt -übern Daumen- 16kg CNG dann zB. 30kg in den Tank pressen könnte, ohne dass die Sicherheitseinrichtungen Alarm machen.

Meine Befürchtung: Wenn man das Methan mit wenig Aufwand in das MOF einsortieren kann: Kriegt man es auch genau so einfach aus dem MOF wieder heraus? Das Methan scheint sich ja in dem Gitter wohl zu fühlen...

Liebe BASF, falls Du hier mitlesen solltest (ich glaube nicht daran): Hier im Forum wurde schon mehrfach angeboten, Fahrzeuge für einen Feldversuch zur Verfügung zu stellen. Also bitte...

Ich wüsste auch, wer das Zeug in die Tanks stopfen könnte...

MfG Bassmann
13 Zylinder, 4,25 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 2 Motorräder:
Golf4 Kombi 1.6l autom. mit CNG-Nachrüstung, ca. 10€/100km
Polo4 9N3 united 1.4l 5-Gang mit CNG-Nachrüstung, ca. 8€/100km
(jeweils incl. Luxusbrühe)
Motorräder: 644ccm Suzuki Freewind (Eintopf), 600ccm Yamaha Fazer
Wenn ein einziger Baum umfällt, macht das mehr Lärm, als wenn ein ganzer Wald wächst.

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Beitrag von ZafiraCNG » 07.06.2017 23:11

Bassmann hat geschrieben:Der Vorteil der MOFs wäre imho, wenn man bei 220bar Tankdruck und 100Liter geometrischem Tankvolumen statt -übern Daumen- 16kg CNG dann zB. 30kg in den Tank pressen könnte
Das ist nahezu unmöglich. Wenn das CNG so stark gebunden wird, dann wird es besonders schwer wieder zu entfernen sein... Nur durch Zuführung von Energie geht das dann vonstatten. Das will keiner. Flüssiges LNG wäre 41kg-50 kg /100 Liter, also nicht weit weg von deinem Wunsch, aber in den 100 Liter musst Du ja auch noch den MOF eindüllen, der nimmt auch ein Volumen ein.
Bassmann hat geschrieben:Meine Befürchtung: Wenn man das Methan mit wenig Aufwand in das MOF einsortieren kann: Kriegt man es auch genau so einfach aus dem MOF wieder heraus? Das Methan scheint sich ja in dem Gitter wohl zu fühlen...
Je stärker die Bindung, je dichter die Packung, je schwerer ist es zu entfernen. Daher wird das nicht so leicht gehen.
Bassmann hat geschrieben:Liebe BASF, falls Du hier mitlesen solltest (ich glaube nicht daran): Hier im Forum wurde schon mehrfach angeboten, Fahrzeuge für einen Feldversuch zur Verfügung zu stellen. Also bitte...
Die BASF ist der arroganteste Haufen, den man sich vorstellen kann. Selbst wenn die hier mitlesen, wären die sich zu fein, auch nur einen Finger zu krümmen. Für Feldversuche haben die Ihr eigenes Personal. Forschung bei der BASF auf neuen Gebieten besteht übrigens vor allem darin, andere junge Unternehmen und deren Know How zu kaufen. Das Risiko auf neuen Gebieten ggf. Geld zu verlieren gehen sie nicht ein.

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Beitrag von Bassmann » 07.06.2017 23:18

@ZafiraCNG:
Da hast Du vermutlich zu 100% Recht. Schade eigentlich...

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Beitrag von JM1374 » 08.06.2017 09:20

Den Zusammenhang von Schiefergas und MOF verstehe ich nicht. Schiefergas muss nicht gespeichert werden. Das ist schon super in der Erde gelagert und dort sollte es bleiben.
Wenn BASF Methan speichern will, sollen sie an der synthetischen Herstellung mit regenerativer Energie von Methan forschen. Das können sie dann meinetwegen mittels MOF speichern.
Bertolt Brecht:"Scharfes Denken ist schmerzhaft, der vernünftige Mensch vermeidet es, wo er kann"

[ externes Bild ] VW Touran Bj. 2007 mittlerweile 237.000km
[ externes Bild ] Green Mover Bulls E45 Bj. 2013 mittlerweile 67.000km

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Beitrag von Backmagic » 08.06.2017 10:47

Für die Anwendung im PKW völlig ungeeignet. Und unnötig in anbetracht der neuen Technologien aus Energie, Stickstoff und CO2 flüssige Energieträger zu generieren.

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Beitrag von supercruise » 08.06.2017 15:39

Wie soll man sonst zu mehr Reichweite kommen, oder kleineren Tanks?
Vom DLR-Wabentank hälst du ja auch nichts.

Erdgas wieder verflüssigen? Das kostet zusätzliche Energie und lohnt sich daher nur für LKW.

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Beitrag von Bassmann » 08.06.2017 21:14

Backmagic hat geschrieben:Für die Anwendung im PKW völlig ungeeignet. Und unnötig in anbetracht der neuen Technologien aus Energie, Stickstoff und CO2 flüssige Energieträger zu generieren.
Stickstoff?

Kannst Du das mal erklären?

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Beitrag von bljack » 09.06.2017 06:09

Bassmann hat geschrieben:
Backmagic hat geschrieben:Für die Anwendung im PKW völlig ungeeignet. Und unnötig in anbetracht der neuen Technologien aus Energie, Stickstoff und CO2 flüssige Energieträger zu generieren.
Stickstoff?

Kannst Du das mal erklären?

MfG Bassmann
Ich glaube, er ist nur auf der Tastatur verrutscht und meinte H statt N ;-)
@Backmagic: korrigiere mich, wenn ich irre.
Mit dem ecoup umweltfreundlich unterwegs :-)
Lebensdauer der ersten Flaschen: 3 Jahre (1. HU nach Kauf), 104tkm; Austausch auf Kulanz (100%) bei 105tkm

Seit 06/2017 hin und wieder auch mit einem Leon ST TGI, wenn meine Holde mich lässt :-) :-)

VW ecoup [ externes Bild ]
Seat Leon ST TGI [ externes Bild ]

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Beitrag von Bassmann » 15.06.2017 21:01

Es tut sich wieder was an der "Adsorptions-Front":

ANGP kündigt neue Tanks an:
Guckstu hier!

Das ganze findet man in diesem -englischsprachigen- Beitrag bei ngvglobal.

Die Form der Tanks gefällt mir. Da geht noch mehr.

MfG Bassmann
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