Power-to-gas in Ungarn

Es tut sich was in den Labors der Auto- und/oder Gasanlagenhersteller? Hier ist Platz für Informationen darüber.

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Bassmann
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Power-to-gas in Ungarn

Beitrag von Bassmann » 10.12.2016 21:24

Hi!

Es geht weiter mit Power-to-Gas.

Die größte Anlage der Welt wird in Ungarn gebaut.

Hier ist der Link.

MfG Bassmann
17 Zylinder, 4,85 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 3 Motorräder:
Golf4 Kombi 1.6l autom. mit CNG-Nachrüstung, ca. 10€/100km
Polo4 9N3 united 1.4l 5-Gang mit CNG-Nachrüstung, ca. 8€/100km
(jeweils incl. Luxusbrühe)
Motorräder: 644ccm Suzuki Freewind (Eintopf), 600ccm Yamaha Fazer 35kW, 600ccm Yamaha Fazer ABS 72kW
Wenn ein einziger Baum umfällt, macht das mehr Lärm, als wenn ein ganzer Wald wächst.

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Gasgeberin
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Freu

Beitrag von Gasgeberin » 11.12.2016 16:23

Genial, gerade in Ungarn, wo noch so wenige Tankstellen sind. Ich hoffe, es kommen dann ein paar CNG Tankstellen dazu.
Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.

KuNe
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Beitrag von KuNe » 17.02.2017 12:31

Guten Tag,

der NZZ Artikel resümiert ein wenig die chemische und biogene Power-to-Gas Technologie:

Power-to-Gas - Leibspeise: Wasserstoff
Denn während bei der chemischen Methanisierung der Reaktor auf mehrere hundert Grad aufgeheizt und unter hohen Druck gesetzt werden müsse, komme das biologische Verfahren mit einer Temperatur von 65 Grad und Umgebungsdruck aus. Das spare nicht nur Energie, sondern ermögliche auch eine variable Fahrweise, so Hafenbradl. Ein grosser Vorteil, weil Power-to-Gas-Anlagen nicht rund um die Uhr gebraucht werden, sondern immer nur dann, wenn gerade sehr viel Wind weht oder die Sonne kräftig scheint – wenn also genug überschüssiger Ökostrom zur Verfügung steht. «Je öfter der Prozess unterbrochen wird, desto besser schneidet die biologische gegenüber der chemischen Methanisierung ab», sagt Hafenbradl. Den Einzellern macht ein solch diskontinuierlicher Betrieb nichts aus, denn sie benötigen sehr wenig Energie für ihren Stoffwechsel. «Wenn sie nicht gefüttert werden, begeben sie sich in eine Art Winterschlaf, aus dem sie aber schnell wieder erwachen können», erklärt Urs Baier, Leiter der Fachstelle Umweltbiotechnologie an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Mikroorganismen dieser Art haben sich über sehr lange Zeiträume an extreme Umgebungen angepasst. Daher sind sie äusserst robust.
Trotz langjähriger Forschung und ersten funktionierenden Anlagen steckt das Konzept indes immer noch in den Kinderschuhen. Das chemische Verfahren dagegen kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. «Die chemische Methanisierung wird in der chemischen Industrie schon seit Jahrzehnten angewandt. Der Prozess ist ausgereift», sagt Andreas Borgschulte von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa). Er ist überzeugt, dass der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien Power-to-Gas-Kapazitäten im grossindustriellen Massstab erfordert. Von Experimenten rät er daher ab. «Bei dieser Aufgabe sollten wir besser auf die erprobte, verlässliche chemische Methanisierung setzen», meint der Forscher. Das biologische Verfahren hat in Borgschultes Augen seine Berechtigung eher in der Nische: «Die Bioreaktoren eignen sich vor allem für spezielle Anwendungsfälle, zum Beispiel als Ergänzung einer Biogasanlage», so Borgschulte.
Die Betreiber bestehender Power-to-Gas-Anlagen verzichten beispielsweise oft auf diesen [Methanisierung] Schritt und speisen stattdessen Wasserstoff direkt ins Gasnetz ein. Das allerdings ist nur in sehr geringen Mengen erlaubt, da Wasserstoff die Flamm- und Explosionseigenschaften des Erdgases verändert. In der Schweiz etwa darf der Anteil von Wasserstoff im Gasnetz zwei Prozent nicht überschreiten. Werden im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energien mehr Power-to-Gas-Anlagen errichtet, stösst die Einspeisung von Wasserstoff also schnell an ihre Grenzen. «Ohne Methanisierung müsste man jeden Heizkessel, jedes Gaskraftwerk und jeden anderen Verbraucher an die jeweilige Wasserstoffkonzentration im Gasnetz anpassen», sagt Empa-Forscher Borgschulte. «Das wäre viel zu aufwendig und zu teuer.»
https://www.nzz.ch/wissenschaft/technik ... -ld.145793

SchöWo
Kurt

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Gasgeberin
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Beitrag von Gasgeberin » 29.03.2017 13:27

Schade, dass ich im Artikel nicht finden konnte, wieviel MW Leistung die Anlage erzeugt. Das würde mich sehr interessieren. Und ob Audi auch da die Finger mit im Spiel hat... ist ja in Ungarn.
Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.

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Beitrag von ExUser2007 » 29.03.2017 16:32

Die Anlage soll eine Leistung von 10 MW haben. Grob so viel wie 2 große Windräder.

Frosch
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Beitrag von Frosch » 29.03.2017 16:48

hjb hat geschrieben:Die Anlage soll eine Leistung von 10 MW haben. Grob so viel wie 2 große Windräder.
Zwei große Windräder können rechnerisch 1042 Haushalte mit Strom versorgen.
Also gehen da auch ein paar Autos mehr, die dann schon klimaneutral fahren können, wenn der produzierte Strom nicht anderweitig direkt gebraucht wird. ;-)

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Beitrag von ExUser2007 » 29.03.2017 17:15

@Frosch

Das war nur ein Vergleich, mehr nicht. Ohne jegliche Wertung. Ich hätte auch schreiben können man braucht 30 bis 80 solcher Anlagen um ein Kernkraftwerk zu ersetzen.

Genau genommen können 100 Windräder KEINEN Haushalt versorgen, wenn es windstill ist. Netter Beitrag zu der Problematik:

http://www.energie-fakten.de/html/wind- ... -haus.html

Ist so ne Sache mit dem überschüssigen Strom oder dem fehlenden. Bedarf schon ausgefeilter Lösungen.

Vorbildlich was gerade in Kiel gebaut wird!
Das europaweit einzigartige Projekt setzt neue Maßstäbe in Sachen Flexibilität, Effizienz und ökologischer Nachhaltigkeit.
https://www.stadtwerke-kiel.de/swk/de/u ... ftwerk.jsp

Ersetzt ein Kohlekraftwerk.

Frosch
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Beitrag von Frosch » 29.03.2017 17:23

@hjb

Deshalb schrub ich ja auch "rechnerisch" ;-)

Aber genau dafür ist PtG ja auch gedacht, um diese Schwankungen mit ausgleichen zu können.

Das ist ja auch meine immerwährende Frage an Elektrofahrer, die sich damit rühmen, dass sie Solarenergie auf dem Dach haben, ...

Und dann frage ich: "Das ist toll! Und zu welcher Tageszeit lädst du deinen Tesla, Zoe, Leaf, i3 so üblicherweise?"
"Ja immer, wenn ich abends nach Hause komme, hänge ich es an."
"Und wieviel Strom bringen deine Zellen nachts denn so?"

Immer wieder der Brüller!

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Beitrag von ExUser2007 » 29.03.2017 17:38

@Frosch

verständlich solche Fragen aber ich lese hier immer wieder das Stromer so schlecht gemacht werden. Gleichzeitig wird CNG idealisiert. Vor 10 Jahren der Glaubenskrieg CNG gegen LPG, heute CNG gegen Stromer. Die anderen schlecht machen.

Folge damals? Klarer Sieger bei den Zulassungen war LPG. Vergangenheit.

Heute? Wer hinkt bei den Zulassungszahlen schon wieder hinterher?

A4/A5 G-Tron da hängt der Erfolg von der Annahme im geschäftlichen Bereich ab. Privatkunden wird es geben, sollen die doch ihr Geld mit einem Auto ausgeben.

Frosch
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Beitrag von Frosch » 29.03.2017 18:22

@hjb

Meines Wissens sind viele Fuhrparkleiter inzwischen angewiesen auf den CO2 Wert zu achten und da könnte CNG durchaus auch im Flottenbereich punkten.

Ich werde mir keinen A4/A5 zulegen - ist absolut nicht meine Preisklasse. Ich hab mich jetzt schon mit dem SEAT-LEON TGI weit aus dem Preisfenster gelehnt, auch wenn ich ihn wirklich günstig bestellen konnte.

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Beitrag von ExUser2007 » 29.03.2017 18:35

@Frosch

ich werde mir wohl gar kein Neufahrzeug mehr zulegen, irgendwann hat man ein Alter erreicht (fast 64) da ist das Thema abgeschlossen. A4/A5 ist eher ein Thema für Firmen. Wäre schön wenn das Angebot ankommt.

So manche Fuhrparks überschlagen CNG und gehen gleich zu den Stromern.

Ist e-gas bei Audi mehr als eine Alibi-Funktion um Q8 (oder 9?) zu verkaufen? Da werden über 300 PS gefeiert :-)) Wahnsinn! DAS ist Audi!!

Unglaublich, aber dieses Monster soll doch nur 8,5 l verbrauchen. DAS ist auch AUDI.

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