Direktmethanisierung

Es tut sich was in den Labors der Auto- und/oder Gasanlagenhersteller? Hier ist Platz für Informationen darüber.

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Bassmann
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Direktmethanisierung

Beitrag von Bassmann » 04.09.2016 21:22

Was immer das heißen mag... Ich muss es selber erst einmal lesen.

Erdgas-mobil hatte auf diesen Link hingewiesen.

Offenbar geht es um ein neues Verfahren zur Methangewinnung.

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Beitrag von ExUser2007 » 05.09.2016 11:54

Schwer verdaubare Kost!

Verwertung von Stromüberschuss aus vorhandenen Biogasanlagen (ca. 8000) um Methan zu erzeugen?? Also prinzipiell wie bei überschüssigem Strom aus Windenergie???

Oder ein Verfahren zur direkten Umsetzung von Strom ohne den Zwischenschritt Wasserstoff?

Kostet erstmal viel Geld und das Projekt dauert Jahre.
Die hessische Landesregierung strebt das Ziel an, bis 2050 die Energieversorgung komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Dabei helfen solche innovativen Projekte, wie das hier geförderte Vorhaben von Fraunhofer IWES. Auch wenn Biomasse erneuerbar ist und ständig nachwächst, so ist sie dennoch nicht im unbegrenzten Maße verfügbar. Daher ist es zwingend, sie gezielt einzusetzen und effizient zu nutzen. Forschungsprojekte wie die geförderte Power-to-Gas-Anlage weisen dafür den Weg

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dridders
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Beitrag von dridders » 05.09.2016 12:06

Man wird wohl kaum aus dem ueberschuessigen Strom einer Biogasanlage Methan erzeugen. Waere wohl auch recht hinrissig, Methan erst zu verstromen, um dann neues Methan zu machen... ausser unnoetiger Waerme nix gewonnen.

Der Artikel so gibt zur Technik erstmal kaum was her. Es wird nur mal CO2 erwaehnt. War bei den bisherigen Projekten nicht auch mal die Rede davon das man sie mit einer Biogas-Anlage kombinieren wollte um das noetige CO2 zu erhalten?

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Beitrag von ExUser2007 » 05.09.2016 12:20

@dridders

In den 8000 Biogasanlagen wird Gas gewonnen, aber kein Methan das man einfach so in das Netz einspeisen kann. Das wird dann verstromt jetzt in der Regel. Und einfach ungeregelt in das Stromnetz eingespeist, egal ob der Strom benötigt wird. Sinnlos oder nicht, es bringt Geld in die Kasse. Altlast Subventionierung. Bei Subventionierung muß gründlich aufgeräumt werden!

Verwendung von CO2 aus Biogasanlagen für die Methanisierung mit überschüssigem Strom gibt es schon in Werlte.

Oder ist das ein ganz neues Verfahren um die Resource biologische Abfälle effizienter zu verwerten?

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dridders
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Beitrag von dridders » 05.09.2016 12:28

ah, und was wird dann in den Biogasanlagen gewonnen, wenn kein Methan? Bioanlagengas? Bakteriengas? Selbstverstaendlich wird da Methan gewonnen. Niemand hat behauptet das es von Haus aus die Reinheit fuer eine Einleitung ins Erdgasnetz besitzt. Um eine Einleitung ins Netz wird es hier aber wohl auch nicht gehen, denn dafuer gibt es bereits wesentlich weniger energieaufwendige Verfahren als das Zeug unnuetz zu verstromen und wieder zu "methanisieren".

Um was es sich hier jetzt genau handelt kann man wie gesagt aus dem Artikel nicht entnehmen. Man kann aber rein mit gesundem Menschenverstand ermitteln was es nicht ist: verstromung von Biomethan mit anschliessender Rueckmethanisierung.

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Beitrag von ExUser2007 » 05.09.2016 12:40

was genau gewonnen wird variiert von Anlage zu Anlage, fast immer speist es Motoren um dann daraus Strom zu erzeugen. Solches Biogas kann auch Klärgas, Deponie oder Grubengas sein.

Eher verwirrender Artikel völlig ohne Aussagekraft.

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dridders
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Beitrag von dridders » 05.09.2016 12:59

Dann zeig mir bitte mal, wo bei einer Biogasanlage was anderes brennbares als Methan in nennenswerten Mengen entsteht. Egal wie du es nennst, das was weswegen man den ganzen Kram macht ist Methan, der Rest sind "Abfallstoffe" mit denen man nichts anfangen kann. Egal ob es Schwefelverbindungen, Wasser, CO2 oder sonstwas ist. Ok, in minimalen Mengen vielleicht noch H2. Da waere man wohl froh wenn man mehr von bekaem, aber das klappt lediglich experimental mit einigen Genmutanten.

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Beitrag von ExUser2007 » 05.09.2016 13:11

ich weiß nicht was Du willst?? Natürlich wird in Biogasanlagen Methan erzeugt, nur nicht so rein das man es in das Erdgasnetz einspeisen kann. Es gibt so um die 8000 Biogasanlagen aber nur wenige mit der Technik um das Methan in das Erdgasnetz einzuspeisen.

Und nun bitte zeig mir die Biogasanlage wo völlig ohne Aufbereitung Methan in das Erdgasnetz eingespeist wird!

Biogasanlagen in der herkömmlichen Form mit Verstromung und ohne Aufbereitung sind nur entfernte Verwandte von CNG :-))

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dridders
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Beitrag von dridders » 05.09.2016 13:41

Was ich will ist einfach: das du mal anfaengst zu lesen was andere schreiben ;-) Damit waere dem Forum sicher sehr geholfen. Und jetzt vor dem naechsten Post hochschrollen und den ganzen Thread nochmal durchlesen.

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JM1374
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Beitrag von JM1374 » 05.09.2016 18:04

Es ist ja nicht schwierig mit den genannten Fakten die Internetseite des Projektes zu finden um an mehr Hintergrundinformation zu kommen:

http://www.energiesystemtechnik.iwes.fr ... g_ptg.html

Es geht darum die Gasqualität der Biogasanlagen soweit zu verbessern damit das produzierte Methan ins Erdgasnetz eingespeist werden kann.
Bisher wird vor allem in den kleinen Anlagen das in der Biogasanlage produzierte Methan verbrannt um Strom zu erzeugen. Das Nebenprodukt CO2 hätte man aufwändig durch eine Aminwäsche abtrennen können. Aus Kostengründen wird das bisher selten praktiziert. Man möchte in Zukunft auf die Aminwäsche verzichten um so eine preiswerte CO2 Quelle für die Power to Gas Anlagen zu haben. Das produzierte Biogas soll in einem Reaktor zu so reinem Methan veredelt werden damit es ins Erdgasnetz eingespeist werden kann.

Scheinbar hat man mittlerweile wissenschaftlichen Konsens das Methan der derzeit beste Stromspeicher ist. Dazu benötigt man Power to Gas Anlagen im grossen Stil. Und diese Anlagen benötigen sehr viel CO2 in hoher Konzentration.
Da sich CNG scheinbar nicht durchsetzen wird, bin ich immer seltener hier im Forum. Die Diskussionen drehen sich meist im Kreis.

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DerRaucher
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Beitrag von DerRaucher » 21.09.2016 10:58

Also Biogas wird schon seit längerem in das Gasnetz eingespeist. Natürlich wird es vorher "gewaschen" usw und dann wird der Brennwert von dem Biogas mit dem vom örtlichen Netz angepasst. Entweder wird Luft beigemischt oder LPG.

So wie ich das verstehe soll das Projekt dazu dienen CO2 was im Biogas drinn ist direkt in Methan zu verwandeln ohne es vorher vom Biogas trennen zu müssen.

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kabu
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Beitrag von kabu » 22.09.2016 08:28

Eine Biogasanlage verwendet biogene Stoffe und verschiedene Bakterien, um Methan zu produzieren. Als Abfallprodukt entsteht CO2 in großen Mengen.

Beim Power-to-Gas-Verfahren wird als Input Strom verwendet, um Wasserstoff zu erzeugen und diesen mit CO2 (aus der Luft oder der Flasche) zu Methan reagieren zu lassen.

Das IWES will nun beide Verfahren kombinieren und quasi das Abfallprodukt des einen Verfahrens als Input für ein zweites Verfahren verwenden.

Klingt eigentlich vernünftig. Man muss aber beachten, wo der Strom herkommt, damit die Hintereinandereihung der Wirkungsgrade noch Sinn macht. Verwendet man z.B. einen Überschuss an erneuerbarem Strom und tankt das Methan in Autos oder betreibt damit Heizungen, dann ist das aus meiner Sicht ok. Aus dem Methan dann wieder Strom zu erzeugen, halte ich für energetisch fragwürdig.
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Demon21
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Beitrag von Demon21 » 24.09.2016 12:11

So verstehe ich das auch. Nur sehe ich die Rückverstromung nicht ganz so schlimm. Natürlich ist der Wirkungsgrad nicht mehr so berauschend, aber lieber Öko-Strom mit einem schlechteren Wirkungsgrad (wir sprechen hier ja auch von Überschluss!), als weiter dreckigen Kohlestrom (der auch nicht den besten Wirkungsgrad hat und spätestens, wenn die Kohlemeiler geregelt werden, erschrekend gering ist!).

Auch denke ich das nur so, das ganze Wirtschaftlich zu bereiten ist, da man so Regelenergie zur Netzstabilität anbieten kann (negative -> Power to Gas, als auch positiv -> verstöhung), was sehr gut bezahlt wird.

Wenn nun alle 8000 Biogasanlagen mit einer kleinen PtG Anlage aufgewertet würden, mit einem ausreichenden Wirkungsgrad, könnte das das Stromnetz sicher etwas stabiliesieren und noch Biogas für Haushalte und Autos bereitstellen.

Bleibt lediglich die Frage nach dem Wirkungsgrad und ob sich das ganze auch Wirtschaftlich umsetzten und betreiben lässt.
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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 10.10.2016 21:51

Ich hab den Eindruck, dass sich die Meldungen aktuell häufen.

Das KIT Karlsruhe wies auf diesen Beitrag hin.

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Beitrag von Gastra » 24.01.2018 09:57

ich bin grade über den alten Fred gestopert...

Biogasanlagen erzeugen eben nicht nur Methan, sondern in etwa genausoviel CO2, da Biogas vor der Reinigung aus Methan, CO2 Stickstoff und noch ein paar anderen Dingen besteht. Das CO2 ist der Grundstoff für die PTG Methanerzeugung.

Es gibt verschiedene Ansätze aus diesem CO2 zusätzliches Methan zu gewinnen, am vorteilhaftesten ist es, wenn dies die Bakterien im Fermenter übernehmen (die freuen sich über Wasserstoff und bilden dann effizenter Methan und weniger CO2, allerdings hat man dann Wasserstoff im Fermenter, das will nicht jeder...

Davon abgesehen, kann man dies auch mit chemischer Anlagentechnik erreichen, das ist sicherer, aber weniger wahrscheinlich deutlich weniger effizient.

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