Mehr Gas im Tank: Adsorbent natural Gas

Es tut sich was in den Labors der Auto- und/oder Gasanlagenhersteller? Hier ist Platz für Informationen darüber.

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Bassmann
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Mehr Gas im Tank: Adsorbent natural Gas

Beitrag von Bassmann » 24.04.2015 12:34

Hallo!

Der Infodienst ngvglobal berichtet über ein Projekt von Cenergy Solutions, einem Unternehmen in Freemont USA, mit dem es gelingen soll, mehr Gas in die Buddeln zu bekommen. Möglich werden soll dies durch "adsorbent natural gas". Das Unternehmen hat kürzlich international gültige Patente dafür beantragt. Was genau unter "adsorbent natural gas" zu verstehen sein soll, hat sich mir aus dem Bericht leider nicht erschlossen.

Mich erinnert das an die Geschichte von der BASF-Entwicklung "Basostor", die leider auch ohne erkennbare Ergebnisse in den Schubladen verschwunden ist.

Hier ist -auf englisch- die Meldung von ngvglobal.

MfG Bassmann
17 Zylinder, 4,85 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 3 Motorräder:
Golf4 Kombi 1.6l autom. mit CNG-Nachrüstung, ca. 10€/100km
Polo4 9N3 united 1.4l 5-Gang mit CNG-Nachrüstung, ca. 8€/100km
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Re: Mehr Gas im Tank: Adsorbent natural Gas

Beitrag von ZafiraCNG » 24.04.2015 18:40

Bassmann hat geschrieben:Möglich werden soll dies durch "adsorbent natural gas". Das Unternehmen hat kürzlich international gültige Patente dafür beantragt. Was genau unter "adsorbent natural gas" zu verstehen sein soll, hat sich mir aus dem Bericht leider nicht erschlossen.
Mehr Gas wahrscheinlich nur bei niedrigem Druck, denn da geht nicht viel in die normalen buddels. Ich kenne keine Publikation, in der mehr Gas gespeichert und wieder abgegeben werden kann, wie es bei 200bar in normalen Buddels vorliegt. Bei höherem Druck (200bar) hatten die Metallorganicframeworks (MOFs) meist keinen Vorteil gegenber den normalen Buddels. Das ist wohl der Grund, warum die BASF Mofs nicht auf den Markt gekommen sind.

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Beitrag von Bassmann » 12.11.2015 18:39

Es geht weiter.

NGVglobal meldet -auf englisch-, dass in den USA weiterhin an MOFs (metal-organic framework) geforscht wird. Diesmal ein Gemeinschaftsunternehmen der Berkeley Universität mit Ford (zumindest hab ich den Artikel so verstanden).

Der Trick bei den nunmehr gefundenen Materialien soll der sein, dass das Methan bereits bei 35bar eingelagert werden kann, und dass bei der Umkehrung des Prozesses immer noch 5 bis 6 bar anliegen sollen.

Dem Beitrag ist auch zu entnehmen, dass es beim Einlagern der Methanmoleküle zu einer Aufheizung des Materials kommen soll. Bei früheren Materialien sei dies ein Problem gewesen, die Hitze sei nicht schnell genug abgeführt worden. Dies lässt mich darauf schließen, dass es das Herauslösen der Methanmoleküle offenbar erleichtert, wenn dazu wieder Hitze zugeführt wird. Vielleicht hat es genau dort bei den bisherigen Materialien gehapert.

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Beitrag von Bassmann » 04.02.2016 21:35

Offenbar gibt es neue Forschungsergebnisse.

Cenergy Solutions gab bekannt, dass mit Hilfe des "adsorbent"s die Vierfache Gasmenge in einen Tank passt. Also entweder bei gleichen Tanks vierfache Reichweite oder die Tanks werden wesentlich leichter, und man kommt in etwa auf die gleiche oder ggf. etwas erhöhte Reichweite.

Hier ist -auf englisch- der Bericht bei ngtnews.

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Beitrag von ZafiraCNG » 04.02.2016 23:41

Bassmann hat geschrieben:Also entweder bei gleichen Tanks vierfache Reichweite oder die Tanks werden wesentlich leichter, und man kommt in etwa auf die gleiche oder ggf. etwas erhöhte Reichweite.
Sie schreiben nicht, dass bei 250 Bar die 4fache Menge reingeht.

Bei 60 Bar geht wahrscheinlich 4 Mal so viel in den Tank, wie ohne das Zeug aber das bringt nichts für höhere Reichweiten... Dann läge die Reichweite statt bei 20km bei 30km. Bei 250 Bar ist das CNG schon sehr stark komprimiert, d.h. die Moleküle sind sehr nah zueinander. Da muss man schon sehr gute Syseme haben, um da noch besser zu werden, d.h. um CNG noch dichter zu packen und es dennoch genauso leicht und vollständig aus dem Tank wieder rauszubekommen. Die Temperaturbeständigkeit der MOFS beim Betanken ist auch ein Problem. Man muss auch immer bedenken, dass auch die MOFS oder Kohlenstoffe ein gewisses Volumen benötigen, was dann für die Gasspeicherung in den Tanks fehlt, so dass in diesem Systemen CNG noch dichter gepeckt werden muss, damit das Volumen vom MOF noch kompensiert wird. Das ist nicht so einfach. Dann muss das Zeug auch noch billig sein und für die paar 1000 Fahrzeuge ist der Markt sehr klein... Die einzige Chance wäre Wasserstoffspeicherung, aber da konkurriert der MOF nicht mit 250, sondern mit 800 Bar...

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Beitrag von Bassmann » 05.02.2016 00:27

In den USA wird nicht mit 200bar betankt, sondern idR mit imho 250bar. Das halten die hierzulande produzierten Autos auf Dauer nicht aus. Der Trick bei den MOFS und adsorbents ist ja gerade, dass sich die CH4-Moleküle hübsch brav in ein Gitter einlagern, und nicht durch Reibung aneinander für Aufruhr im Tank sorgen. Sonst würde man sowas ja gar nicht erst erforschen.

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Beitrag von Backmagic » 05.02.2016 08:59

was die bei Opel VW usw wohl sagen wenn die denen dann die Preise nennen :lol:

Die werden wohl auf den Dingern sitzen bleiben.

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Beitrag von rs17219 » 05.02.2016 15:01

Ich habe sogar gehört, dass angeblich bis knapp 300bar getankt werden - irgendwo glaubhaft gelesen oder sonstwie begründet hab ich das allerdings noch nicht gesehen.
"Bei uns" ist in der Regel auch 220-240bar Maximaldruck an der Säule. Da ist der Unterschied nicht mehr so gewaltig.
Dazu kommt, wie groß ist denn der Reichweitengewinn wegen der paar ~+40bar bei dem Druck?
Ich glaube zu vernachlässigen..!
Pmax in der Säule ist übrigens in DE in der Regel 280bar - also der Druck, wo die Säule in Fehler geht wenn vorher alle Sensoren und Regler defekt sind.
Bei dem Druck gehen aber auch manche Autos in Fehler und lassen sich nicht mehr starten :)

Verdichterausschaltdruck meist zwischen 250 und 285bar. Aber die Energie, die benötigt wird um die 285bar zu erreichen steht in keiner Relation zu dem Mehrgewinn an gespeichertem Gas. Ein größerer Speicher wäre in den meisten Fällen sinnvoller.

Grüße,
Robert
Bassmann hat geschrieben:In den USA wird nicht mit 200bar betankt, sondern idR mit imho 250bar. Das halten die hierzulande produzierten Autos auf Dauer nicht aus. Der Trick bei den MOFS und adsorbents ist ja gerade, dass sich die CH4-Moleküle hübsch brav in ein Gitter einlagern, und nicht durch Reibung aneinander für Aufruhr im Tank sorgen. Sonst würde man sowas ja gar nicht erst erforschen.

MfG Bassmann
Mit freundlichen Grüßen,
Robert

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Beitrag von Bassmann » 05.02.2016 15:13

3000 psi gegenüber 3600 psi.

Mir ist das wurscht. Wenn hierzulande 200bar bei 15°C der Normalbetankungsdruck im Tank nach Ende der Betankung sein soll mit Höchstdruck 250bar, dann ist eine Betankung im Winter mit mehr als 220bar im Auto auf jeden Fall ein Ausreißer, der auf einer falsch eingestellten Tankstelle beruht.
Logisch: Wer mit 200bar 200km weit kommt, kommt mit 250bar 250km weit (bei unveränderter Tankgröße).

Eine beliebige Erhöhung des Enddruckes an den Tankstellen ist aber wegen der Ausrüstung der Autos nicht möglich. Allerdings kann der Vorratsdruck in den Tankstellen erhöht werden, weil dies den positiven Effekt hätte, dass der Betankungsvorgang schneller ablaufen kann.

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Adsorbiertes Erdgas (ANG)

Beitrag von KuNe » 05.03.2016 19:48

Hmm, wenn ich es richtig verstehe sollte das in diesem TR Artikel erwähnt Forschungsprojekt zur Erdgas-Speicherung - Adsorbiertes Erdgas (ANG) - dem Thema des Threads entsprechen:

Neues Material könnte Erdgas-Autos attraktiver machen
Erdgas ist relativ günstig und klimafreundlich, ermöglicht bislang aber trotz aufwendiger Speicherung nur mäßige Reichweiten. Mit einem maßgeschneiderten Spezialmaterial wollen Forscher das ändern.

http://www.heise.de/tr/artikel/Neues-Ma ... 22199.html

SchöWo
Kurt

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Beitrag von ExUser2007 » 05.03.2016 20:29

Zitat:

"Noch sind keine ANG-Autos auf dem Markt, doch es gibt erhebliches Interesse an der Technologie"

Wenn nicht mal wirkliches Interesse besteht an CNG-Autos warum dann an ANG???

Oder doch eher LNG? Still geworden drum?

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Beitrag von bljack » 06.03.2016 09:48

hjb hat geschrieben:Zitat:

"Noch sind keine ANG-Autos auf dem Markt, doch es gibt erhebliches Interesse an der Technologie"

Wenn nicht mal wirkliches Interesse besteht an CNG-Autos warum dann an ANG???

Oder doch eher LNG? Still geworden drum?
Weil ich bei ANG, wenn es denn so klappt wie im Artikel beschrieben, die Tanks deutlich leichter ausführen kann und außerdem die Tankstellen nicht mehr 250+bar bereitstellen müssen, sondern nur 40-50bar...

LNG ist höchstens für LKWs interessant - die Tanks sind zu teuer für PKW und da die Kühlung des LNG im Tank darauf basiert, dass ich Methan entnehme und den Rest durch Verdunstung kühle, ist es für PKW, die auch mal eine Woche stehen, nicht sinnvoll nutzbar...

Zum Thema LNG ist mWn auf EU-Ebene aber zumindest eine Grundversorgung entlang der Haupttransportrouten in Planung.
Meistens mit meinem ecoup und manchmal mit ihrem Leon ST TGI unterwegs.

VW ecoup: Spritmonitor & Forum
Seat Leon ST TGI: Spritmonitor & Forum

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Beitrag von Bassmann » 23.08.2016 22:50

Die FAZ hat sich des Themas angenommen, wer hätte es gedacht?

Holla? Einfach so funktioniert das? Oder bei Erdgas nicht? Oder nur bei Wasserstoff? Da fehlen imho noch ein paar Details...

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Beitrag von ZafiraCNG » 24.08.2016 18:01

Bassmann hat geschrieben: Holla? Einfach so funktioniert das? Oder bei Erdgas nicht?
Die Synthese ist sehr simpel, aber ein funktionierendes Produkt hat man noch nicht. Ich glaube nicht, dass die MOFs im CNG bereich kommen.

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Beitrag von Bassmann » 13.10.2016 20:51

Das Thema ist mal wieder aktuell:
http://ngvglobal.ontraport.net/c/s/vZR/ ... s7erammmDF

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