Bio-CNG

Allgemeines zum Thema Erdgasfahrzeuge was nicht in die anderen Rubriken passt.

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bljack
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Re: Bio-CNG

Beitrag von bljack » 06.06.2019 10:27

eetarga hat geschrieben:
06.06.2019 07:12
[...]
Nur soviel, wir haben hier in Estland bei der Tankstelle die Vorwählmöglichkeit - Biomethan / Erdgas - der Preisunterschied sind 4 cents - und der Kunde kann sich entscheiden.
Der "Bio"-kraftstoff wird in Estland erzeugt, bilanziert und eingespeist und dann an der Tankstelle wieder aus dem System entnommen.

Das die 4 cents nicht den Unterschied in den Produktionskosten wiederspiegeln sollte jedem klar sein, aber es ist ein Anfang.
Nur damit ich das richtig verstehe: wenn ihr an der Tankstelle dann nicht genug Biogas verkauft, werden die Biogasanlagen abgestellt? Oder was passiert dann mit dem Biogas? Wird das dann vor Ort verfeuert?

Evtl. kann mir ja nochmal jemand erklären, warum bilanzielles Gas / Strom funktionieren soll. Ich verstehe es nämlich leider immer noch nicht.
Bei Autos verstehe ich es: es werden mehr Golf nachgefragt -> VW produziert mehr
Aber die Strom- und Gaserzeugung läuft doch viel träger und kann auf kurzfristige Schwankungen in der Nachfrage (und er recht nach explizit Bio und Nicht-Bio) garnicht in der Geschwindigkeit reagieren.

Evtl. bin ich aber auch einfach nur zu blöde... :ka:
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einherzfuerCNG
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Re: Bio-CNG

Beitrag von einherzfuerCNG » 06.06.2019 10:56

Zu viel Bio-Gas einzuspeisen stört doch keinen, dann ist eben Erdgas insgesamt etwas sauberere Energie, so what.
Und wenn denn mal einen Monat zu wenig produziert bzw. zu viel nachgefragt wurde, gleicht sich das wegen der Trägheit des Marktes im langfristigen Schnitt wieder aus. Feht mittelfristig BioGas, müssen eben langfristig neue Anlagen ans Netz gehen oder die laufenden intensiver betrieben werden.
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eetarga
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Re: Bio-CNG

Beitrag von eetarga » 06.06.2019 12:58

Die Sache ist relativ einfach, du produzierst Biomethan und bist zertifiziert. Die speist die Menge X direkt oder indirekt in das allgemeine Gasnetz ein. Alternativ kannst du mit einer Vorortvertankung eine Teilmenge vertanken. Die Aufnahmefähigkeit des Gasnetzes ist ja unendlich.

Der Staat vergütet dir dein Biomethan mit einer bestimmten Summe. Wenn du Biogas abkoppelst, also z.B. dein BHKW eine Teilmenge verstromt, oder Biogas zur Wäremgewinnung gewonnen wird, dann ist das deine Entscheidung. Keine Einspeisung, kein Ertrag aus dieser Menge in Höhe der vorgesehenen Vergütung für Biomethan.

Die Kraftstoffverkäufer können bzw. dürfen keine Biokraftstoffe leer verkaufen, müssen sich also mit dem Gut, sprich dem Gas, eindecken.

Der Staat kompensiert die Differenz zwischen Erdgas und Biogas (oder sorgt wie in Schweden für ÖPNV auf Biomethanbasis oder verteilt Steuergeschenke, damit sihc Leute CNG Fahrzeuge kaufen, obwohl das KG Biomethan dann viel kostet)

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Re: Bio-CNG

Beitrag von thomashausms » 06.06.2019 19:42

Uff, einen Tag nicht da und schon sooo viele Antworten, also ist BIO-CNG jetzt doch was sinnvolles?
Also, hab jedenfalls mal Orangegas geschrieben, sowie auch dem CNG-Club und siehe da, Orangegas wollte die Tankstelle übernehmen aber der Pächter war bzw ist das Problem, bin gerade dabei, die Stadtwerke, welche vorher die Tanke betrieben haben, zu kontaktieren, wenn da nix weiter passiert, wollte ich dem Pächter evtl mal direkt auf die Füße trampeln.
Wenn jemand auch hier aus der Ecke kommt, gemeinsam trampeln könnte sinnvoller sein ,-)
Lg Thomas

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JM1374
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Re: Bio-CNG

Beitrag von JM1374 » 11.06.2019 10:55

Klar ist Biogas eine sinnvolle Sache. Die wenigsten Tankstellen haben jedoch eine Biogasanlage in der Nähe und dafür gibt es den Zertifikateverkauf. Das derzeitige Problem ist die zu geringe Nachfrage an Biogas. Den meisten ist es egal ob sie fossiles Gas verbrennen oder synthetisch erzeugtes. Wenn die Nachfrage höher wäre, müsste zwingend mehr Biogas ins Netz eingespeist werden. Die Bilanzsumme muss am Ende stimmen.

Ich habe das Glück dass alle Tankstellen in meiner Umgebung 100% Biogas verkaufen. Natürlich auch nur bilanziel.
Da sich CNG scheinbar nicht durchsetzen wird, bin ich immer seltener hier im Forum. Die Diskussionen drehen sich meist im Kreis.

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bljack
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Re: Bio-CNG

Beitrag von bljack » 13.06.2019 11:55

Ich glaube, so langsam kommt etwas Licht bei mir in die Sache mit dem Biogas. Ich war zuallererst mal fälschlicherweise davon ausgegangen, dass Biogas auch unter das EEG fällt und damit vom "normalen" Markt weitgehend abgekoppelt ist - aber das gilt wohl nur für aus Biogas erzeugten Strom; das ins Netz eingespeiste Gas ist davon, soweit ich das bislang verstanden habe, nicht betroffen.

Dann bleibt für mich u.a. noch die Frage: wieso könne manche Tankstellen 100% Biogas anbieten und im Vergleich zu den "konventionellen" einen sehr ähnlichen Preis halten? Aus dem Supermarkt kenne ich Bio nur in teurer, zur üblichen "Massenware". Und setze ich wirklich einen Anreiz für die Branche, mehr Biogas zu produzieren, wenn ich welches Vertanke? Oder wird da über CO2-Zertifikate o.ä. vom Versorger eh schon umgelegt, so dass am Ende nur die nötige Quote erfüllt wird und nicht vertanktes Biogas/CO2-Zertifikat wird einfach dem konventionellen Gaskunden zugeschrieben, so dass es vorerst keine Verschiebung in Richtung Bio gibt?

Im Übrigen zum Biogasanteil im deutschen Erdgasnetz: Grafiken Bundesnetzagentur, Seite 5 bzw. für die Interessierten auch im kompletten Bericht für 2018: 9,3TWh Biogas im Netz im Vergleich zu 935,7TWh Endverbraucher zzgl. 743,5TWh Exporte ergibt einen Anteil von leider nur 0,55%, der uns real an der Tankstelle in den Tank kommt (vom bilanziellen jetzt mal abgesehen) :-(
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Re: Bio-CNG

Beitrag von buendisch » 13.06.2019 13:10

Man nehme mal an, im Gasnetz der Stadtwerke sind zwei oder drei Biogaseinspeiser. Die dürfen zu erhöhten Kosten einspeisen. Man nehme zusätzlich an, das diese abgenommene Menge die oben genannten 1 % Biomethan im Netz wären. Wenn man jetzt noch annimmt, dass bei den Stadtwerken ungefähr 1 % der verkauften Gasmenge über die eigene CNG-Tankstelle verkauft wird, bekommen bilanziell die CNG-Tanker 100 % Biogas und der "normale" Gaskunde einfach 0 %. Und diese 1 % fallen kostenmäßig wohl nicht weiter ins Gewicht - fertig ist die 100 %-Biogastankstelle.

Umweltpolitisch wird das dann eigentlich erst interessant, wenn über diese Biogastankstellen oder Biogas-Tarife mehr verbraucht wird, als sowieso eingespeist wird. Dann müssen die Stadtwerke/Gasanbieter entweder bilanziell über Zertifikate oder mit neuen Biogaseinspeisern ins eigene Netz nachsteuern.

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Re: Bio-CNG

Beitrag von Tobi82x » 14.06.2019 05:57

Nee, soweit ich weiß läuft das auch über die Quotenregelung.
Gemäß Treibhausgasgesetz oder Biokraftstoffquotengesetz oder wie auch immer das heißt muss eine bestimmte Bioquote im Markt sein. Die konventionellen Tankstellen können sich davon frei kaufen, indem sie anderen, die Biokraftstoffe ins Netz einspeisen oder im Netz verkaufen, eine Zahlung zukommen lassen.
Es ist also nicht so, dass es die anderen Kunden zahlen, sondern es rechnet sich wegen den Quoten irgendwie.

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Re: Bio-CNG

Beitrag von bljack » 14.06.2019 07:08

Aber dann hätte ich hier doch das gleiche Problem, wie bei "Ökostrom", der nur durch Zertifikate (RECS) "reingewaschen" wird. Der Bioanteil des vom Versorger bezogenen Erdgases wird an der Tankstelle verrechnet (und erfüllt somit evtl. zugleich einen Anteil am Biokraftstoffquotengesetz) während der "Rest" beim Gaskunden daheim ankommt, der einfach nur "Erdgas" (ohne Mindestbioanteil) haben will.

Falls das also so läuft wie bei Strom, muss man dann sehr genau hinschauen, dass man da keiner Mogelpackung aufsitzt. :-/
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Re: Bio-CNG

Beitrag von buendisch » 14.06.2019 07:33

bljack hat geschrieben:
14.06.2019 07:08
Aber dann hätte ich hier doch das gleiche Problem, wie bei "Ökostrom", der nur durch Zertifikate (RECS) "reingewaschen" wird.
Bei Ökostrom kann man allerdings wählen. Mein Stromanbieter kauft direkt bei Erzeugern und hat sich verpflichtet, immer mehr neue eigene Anlagen zu bauen. Da wird auf die Zertifikate verzichtet.

Daneben kann man durchaus auch diskutieren, ob Bio-Gas überhaupt gut ist...
https://www.greenpeace-energy.de/filead ... Biogas.pdf

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Re: Bio-CNG

Beitrag von xl8lx » 14.06.2019 08:56

... oder wegen den 17 (!) Todesfällen durch Biogasanlagen.
Leider alles nicht so einfach.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/sozia ... 69091.html
11.) Seat Leon TGI | 10.) Volvo V40 | 9.) Fiat Tempra | 8.) Opel Kadett | 7.) Fiat Tempra | 6.) VW "Post-Golf" | 5.) Volvo 745 | 4.) Volvo 245 | 3.) VW Golf II | 2.) Simson Schwalbe | 1.) Opel Corsa

c.) Skoda Octavia G-Tec | b.) Jaguar x-Type | a.) Citroen C3

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Re: Bio-CNG

Beitrag von bljack » 14.06.2019 10:20

buendisch hat geschrieben:
14.06.2019 07:33
bljack hat geschrieben:
14.06.2019 07:08
Aber dann hätte ich hier doch das gleiche Problem, wie bei "Ökostrom", der nur durch Zertifikate (RECS) "reingewaschen" wird.
Bei Ökostrom kann man allerdings wählen. Mein Stromanbieter kauft direkt bei Erzeugern und hat sich verpflichtet, immer mehr neue eigene Anlagen zu bauen. Da wird auf die Zertifikate verzichtet.

Daneben kann man durchaus auch diskutieren, ob Bio-Gas überhaupt gut ist...
https://www.greenpeace-energy.de/filead ... Biogas.pdf
Ja, da bin ich auch gerade auf der Suche, da unser aktueller Anbieter netterweise die Preise erhöht und wir so schneller aus dem Vertrag kommen. Nachdem man sich da mal eingelesen hat, kann einem echt schlecht werden, da ja prinzipiell alles als Öko gelabelt wird, auch wenn EON nur seinen Kohlestrom mit überschüssigen norwegischen Wasserkraftzertifikaten grünwäscht... :wall: Muss mich jetzt am Wochenende mal nach einem echten Öko-Anbieter umsehen - so wie ich das sehe sind da ja vor allem OK-Power und Grüner Strom als Label führend, wenn man wirklich was für den Ausbau der EE machen will - nur die vorhandenen EE einfach explizit an die Kunden verkaufen, die es interessiert, bringt ja nix für den Ausbau (mein letzter Stand ist, dass zum einen das Angebot an Zertifiakten die Nachfrage noch immer übersteigt und zum anderen, da diese nicht "verfallen", auch noch "10 Jahre alter Wasserkraftstrom aus Norwegen" verkauft werden kann)...

Falls das System bei Gas ähnlich ist (was ich befürchte, aber noch nicht verifizieren konnte), stehe ich den 100%-Biogasangeboten an Tankstellen extrem skeptisch gegenüber (unabhängig von dem Paper von Greenpeace - das muss ich mir erstmal zu Gemüte führen).

Nachtrag: finde das Paper nicht verkehr, bin allerdings bei (sinnvoller) Gentechnik deutlich offener, aber da lässt sich auch mit leben ;-)
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Robert
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Re: Bio-CNG

Beitrag von Robert » 20.06.2019 21:32

eetarga hat geschrieben:
06.06.2019 07:12
Die Kosten für ein kg Biogas würden inkl. allem bei ca. 1,80-2,00€ liegen. Wenn der Preis nicht genommen wird, dann ist eindeutig, dass hier der der ganz normale Gasmix verkauft wird und kein direkter Bezug zwischen Angebot und Nachfrage vorliegt. Es wird nur auf dem Papier mit den erzeugten Mengen joungliert.
@Bassmann - sehr vernünftig! Weil ja schon der obenstehende Text schlicht weg und einfach falsche Zahlen enthält - und man von einer bewußten Falschinformation ausgehen kann.
...
Das die 4 cents nicht den Unterschied in den Produktionskosten wiederspiegeln sollte jedem klar sein, aber es ist ein Anfang.
Ich weiß, dass ich mich hier auf ganz dünnem Eis bewege, trotzdem will ich das nicht so stehen lassen.

Die 4 Cents sind nach deiner Aussage nicht der Produktionsunterschied, aber wie hoch fällt der denn aus, wenn man das auf den Endpreis betrachtet?
Ich kann doch klar belegen, dass der Endpreis bei der genannten Spanne liegen würde, sofern man das Biogas von A bis Z auch bezahlen müsste und es eben nicht quer finanziert werden würde. Nur wenn es die Gemeinschaft quer finanziert, dann bekommt man eben nicht argumentiert, dass nur eine bestimmte Gruppe sich das anrechnet.
Und ich rechne es auch einfach gerne noch mal vor, denn Biogas kostet einfach 5-7 Cent/kWh in der Herstellung mehr, als fossiles Erdgas.

Und 1,80-2,00€/kg klingt erst mal böse, aber ist das wirklich total böse für eine ehrliche und tatsächliche CO2-neutrale Mobilität?
Ich finde Biogas Klasse und ich denke, dass es der einzige Weg wäre CNG-Mobilität in die Zukunft zu retten.
Denn mal rundrum durchdacht, ist der Preis gar nicht so böse. Bei meinem Up wären das 3-4 Cent/km mehr ... das ist sicher nicht nichts, aber noch ein Preis, der bezahlbar ist. Und er ist geringer, als für einen E-Up (der nicht CO2 neutral ist). Man muss sich mal überlegen, wir alle haben für 10-20% weniger CO2 rund 2000€ mehr an Investion ausgegeben ... für 100% aber wollen wir nicht noch ein paar Euro in die Hand nehmen?

Also verfechtet bitte gerne euer bilanzielles System bis aufs Blut weiter (und sperrt mich wieder), aber ich sehe darin den CNG-Tod (den ich nicht will). CNG könnte man recht einfach auf CO2-neutral umstellen, ehrlich und transparent, aber nicht zum Nulltarif (oder 4 Cent/kg). Es kostet Geld, aber das ist vergleichsweise wenig.

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Re: Bio-CNG

Beitrag von JM1374 » 22.06.2019 20:31

Fossiles Erdgas wird noch viel mehr subventioniert. Das fängt schon damit an dass es kostenlos aus der Erde geholt werden darf. Nach dem Motto, der Finder darf‘s behalten. Die kompletten Folgeschäden der Verbrennung trägt auch die Allgemeinheit.
Da sich CNG scheinbar nicht durchsetzen wird, bin ich immer seltener hier im Forum. Die Diskussionen drehen sich meist im Kreis.

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Re: Bio-CNG

Beitrag von Tobi82x » 23.06.2019 10:07

bljack hat geschrieben:
14.06.2019 10:20

Falls das System bei Gas ähnlich ist (was ich befürchte, aber noch nicht verifizieren konnte), stehe ich den 100%-Biogasangeboten an Tankstellen extrem skeptisch gegenüber (unabhängig von dem Paper von Greenpeace - das muss ich mir erstmal zu Gemüte führen).

Nachtrag: finde das Paper nicht verkehr, bin allerdings bei (sinnvoller) Gentechnik deutlich offener, aber da lässt sich auch mit leben ;-)
Nee, also bei Biomethan passt das, wenn man die Unterscheidung x% Biomethan und 100% klimaneutral betrachtet. Bei ersterer wird tatsächlich Biomethan bilanziell getankt. Es muss ja schon so sein, weil ansonsten das Biomethan gar nicht so günstig angeboten werden kann, da es am Quotenhandelssystem teilnimmt.
Bei weiterem ist es eben das von dir beschrieben Grün-Waschen, also der Ausgleich der Emissionen.
Global betrachtet ist es eigentlich egal, wo die CO2-Vermeidung stattfindet. Das geht leider nicht in die Köpfe vieler Deutscher. Klar wird mit dem Grünwaschen vielleicht auch viele undurchsichtige Geschäfte betrieben, aber vom Ansatz her passt es. Wenn es nun einmal günstiger ist, in Afrika Bäume zu Pflanzen oder durch ne PV-Anlage den Dieselgenerator abzuschaffen, dann ist es eben so und bringt und genau so global voran in der CO2-Einsparung.

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