Dieselbashing = Fake?

Allgemeines zum Thema Erdgasfahrzeuge was nicht in die anderen Rubriken passt.

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supercruise
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Re: Dieselbashing = Fake?

Beitrag von supercruise » 13.11.2018 00:00

Gastra hat geschrieben:
12.11.2018 22:13
Ich war schon im Maschinenraum eines Binnenschiffs mit großen Dieselmotor und ich weiß auch wie laut PKW Motoren auf einem Motorenprüfstand sind wenn kein Auto drumherum ist. Der PKW Motor ist aufgrund seiner viel höheren Drehzahl deutlich lauter!

Das Argument dass der Anteil von CNG kleiner ist, kann doch kein Argument sein! Die steuerliche Belastung pro Enrgieeinheit ist bei CNG nun mal geringer als bei Diesel, also hör auf darüber zu schimpfen!

Übrigends ist keineswegs klar ob Stickoxide tatsächich böse sind:

https://www.nzz.ch/kleiner_botenstoff_m ... 1.13390870
Ein PKW-Motor ist zweifelos lauter, zumindest unter Last. Aber der überträgt seinen Schall auch nicht ins Meer und stört damit die Orientierung der Meeresbewohner.

Zu der Förderung. Es ist entscheidend was es dem Staat kostet. CNG wird nicht aus Spass niedrig besteuert. Ziel ist das bessere Allgemeinwohl durch eine niedrigere Schadstoffbelastung. Doch ohne ausreichend Tankstellen (250.000€/Stück) gibt es nicht genug Käufer für CNG-Autos. Und ohne Kaufanreiz eines CNG-PKW, geringere Energiekosten, rentieren sich nicht die Kosten der Tankstellen, weil es nicht genügend CNG-Autos gibt.

CNG/LNG wird gefördert, weil es beim Schadstoffaustoß regelrecht überlegen ist, im Vergleich zum Diesel und Benzin. Und weil es einen Co2-Vorteil gibt.

Doch es gibt noch ein Problem. Die europäischen Hersteller haben über Jahrzehnte hohe zweistellige Milliardenbeträge in die Entwicklung von Dieselmotoren gesteckt und damit die alternativen Antriebe (Hybrid, Elektro und Gas) zu lange vernachlässigt. Das Ergebnis sehen wir jetzt.
Durch den Dieselmotor ist der Verbrennungsmotor allegemin diskreditiert worden, was wirklich eine Gefahr für unseren Wohlstand ist.
Der Selbstzünder ist technologisch fast ausgereizt, der Otto-Motor hat deutlich mehr Entwicklungspotenzial. Auch weil der Otto-Motor aus Prinzip günstiger ist als ein Selbstzünder, ist Spielraum für neue Technologie vorhanden.

Der Dieselmotor müsste im PKW-Bereich eigentlich ein Zulassungsverbot bekommen, sodass die Alternativen schnellst möglich fokusiert werden.
Gleichzeitig muss der Dieselkraftstoff steuerlich an den Benzinpreis angeglichen werden. Das wird das Überleben des Verbrennungsmotors sichern.

Robert
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Re: Dieselbashing = Fake?

Beitrag von Robert » 13.11.2018 10:38

supercruise hat geschrieben:
12.11.2018 21:49
>Glaubst du ernsthaft der SUV-Boom wäre in Deutschland in diesem Ausmaß ohne den Diesel möglich gewesen?
Man muss nur in die Zulassungsstatiksik schauen.
Natürlich wäre der Boom auch so eingetreten, nur mit erhöhtem CO2 Ausstoß. Dafür braucht man sich beispielsweise nur die Zulassungen in den USA ansehen. Praktisch ohne den Diesel sind die Vorreiter bei den SUV (und beim CO2). Aber auch hierzulande ist doch seit einiger Zeit die Dieselquote stark rückläufig, trotzdem geht der SUV-Boom unvermindert weiter (inkl. steigendem Ausstoß von Treibhausgasen).
supercruise hat geschrieben:
13.11.2018 00:00

CNG/LNG wird gefördert, weil es beim Schadstoffaustoß regelrecht überlegen ist, im Vergleich zum Diesel und Benzin. Und weil es einen Co2-Vorteil gibt.

Doch es gibt noch ein Problem. Die europäischen Hersteller haben über Jahrzehnte hohe zweistellige Milliardenbeträge in die Entwicklung von Dieselmotoren gesteckt und damit die alternativen Antriebe (Hybrid, Elektro und Gas) zu lange vernachlässigt. Das Ergebnis sehen wir jetzt.
Das Ergebnis ist tatsächlich, dass der Dieselmotor mit sehr viel Aufwand inzwischen beim Schadstoffausstoß auf Augenhöhe rangiert, auch wenn das dir nicht passt. Das haben etliche Tests gezeigt.
Beispiel ADAC Eco Test
Audi A4 G-Tron:
HC: 18 mg/km
CO: 453 mg/km
NOx: 14 mg/km
Partikelmasse: 0,2 mg/km
Partikelanzahl: 0,13125 10¹¹/km

Mercedes C-Klasse Diesel:
HC: 2 mg/km
CO: 9 mg/km
NOx: 13 mg/km
Partikelmasse: 0,8 mg/km
Partikelanzahl: 0,01433 10¹¹/km

Dazu im Vergleich den Benziner (C-Klasse):
HC:13 mg/km
CO:201 mg/km
NOx:35 mg/km
Partikelmasse:0,5 mg/km
Partikelanzahl:1,47115 10¹¹/km
supercruise hat geschrieben:
12.11.2018 21:49
Wenn der Dieselpreis an den Benzinpreis angeglichen werden sollte, habe ich auch nichts dagegen wenn CNG teurer wird. Aber der Steuervorteil wird bis 2026 sowieso abschmelzend geregelt, wenn der Vorteil für CNG dann aber auch immern noch besteht.
Der Regelsteuersatz von CNG liegt eben immer noch klar unter dem von Diesel und Benzin. Sprich auch nach 2026 ist CNG am geringsten besteuert. Wäre CNG so besteuert wie Benzin würde das Kilo gute 2€ kosten.
Davon abgesehen kostet kein Kraftstoff den Staat Geld (auch CNG nicht). Das ist einfach eine falsche Darstellung. Alle Kraftstoffe spülen dem Staat sehr viel Geld in die Tasche.

supercruise
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Re: Dieselbashing = Fake?

Beitrag von supercruise » 13.11.2018 18:58

Du schreibst es, mit sehr viel technischen Aufwand. Was natürlich Unsummen kostet. Mercedes musste 2,6 Milliarden € in die von dir genannte Diesel-Motorengeneration investieren um überhaupt mal auf das Level von CNG-Motoren zu kommen, deren Abgase nur über einen einfachen 3Wege-Kat gereinigt wird.

http://www.manager-magazin.de/unternehm ... 77132.html

Dabei darf man nicht vergessen, dass die Otto-Motoren im A4 (auch im g-tron) noch gar keinen Partikelfilter haben. :lol: Merkst du jetzt wie absurd das Ganze ist :lol: ? But, there is on more thing. :mrgreen: Wie du sicherlich weißt heizen Ottomotoren den Katalysator viel schneller auf als Dieselfahrzeuge, weil deren Abgastemperatur höher ist. Heisst, in der Warmlaufphase ist der Benziner und insbesondere der Gasmotor deutlich sauberer. Und das riecht man auch. Außerdem wäre es interessant zu erfahren, wie sauber die Euro 6d-Diesel unter höherer Last tatsächlich sind, weil mit dem Adblu-Vorrat gehaushaltet werden muss.

Und wie kommt Benzin und Diesel zur Tankstelle? Mit dem Dieselaster...

Zur der Besteuerung. Ist bekannt, dem habe ich auch gar nicht widersprochen. Es geht aber in diesem Fall darum, in welcher Dimension der Staat insgesamt auf Einnahmen verzichtet hat. Und da der Anteil an CNG-Fahrzeugen und LNG-LKW so klein ist, fällt das eben nicht ins Gewicht.

Also noch mal. Über 250 Milliarden € (eine viertel Billionen oder ein Achtel der Staatsverschuldung) Verzicht an Steuereinnahmen sind gegenüber der Allgemeinheit unverantwortlich gewesen. Das Geld fehlt wo anders. Und selbst der Bundesrechnungshof sieht keinerlei Rechtfertigung mehr, für ein Weiterlaufen des Steuernachlass gegenüber Benzin. Das ist schlicht Wettbewerbsverrzung. Was der Steuerzahler an der Zapfsäule gespart hat, muss er wo anders wieder abgeben.

Bei CNG/LNG geht es darum, dass man diese Technologie langfristig auf dem Markt etabliert. Weil dies bei LPG bereits der Fall ist (7.000 Tankstellen und 400.000 Fahrzeuge im Bestand) wurde die Abschmelzung des Steuervorteils vor CNG/LNG beschlossen. Überhaupt ist bei CNG/LNG hier eine Bevorzugung gerechtfertigt, aus den ökologischen Gründen. Die es beim Diesel aber nicht gibt.

Robert
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Re: Dieselbashing = Fake?

Beitrag von Robert » 13.11.2018 20:01

supercruise hat geschrieben:
13.11.2018 18:58
Du schreibst es, mit sehr viel technischen Aufwand. Was natürlich Unsummen kostet. Mercedes musste 2,6 Milliarden € in die von dir genannte Diesel-Motorengeneration investieren um überhaupt mal auf das Level von CNG-Motoren zu kommen, deren Abgase nur über einen einfachen 3Wege-Kat gereinigt wird.
Immerhin erkennst du schon mal an, dass der moderne Diesel auf Augenhöhe liegt bei den Schadstoffwerten. Da fragt man sich, wie du eigentlich deine Forderung nach Zulassungsverboten noch begründest? Ob es wirtschaftlich ist, steht auf einem anderen Blatt. Das hat der Markt zu entscheiden und nicht der Staat mittels Verboten.
Und klar, 2,6 Milliarden klingt erst mal viel, aber von Unsummen sind wir da weit entfernt, für das Herzstück eines Autos, welches typischer Weise für knapp 10 Jahre zum Einsatz kommt. Daimler hat im letzten Jahr einen Umsatz von 164 Milliarden gemacht und einen Gewinn von 15 Milliarden. Da kann man für die eine Seite der Motorenentwicklung sicher so viel Geld in die Hand nehmen, ohne von Unsummen zu reden.

Und klar, wenn beim Erdgaser und Benziner der OPF kommt, dann schließend diese feinstaubtechnisch auch wieder zum Diesel auf. Aber das kostet natürlich genauso.
supercruise hat geschrieben:
13.11.2018 18:58
Wie du sicherlich weißt heizen Ottomotoren den Katalysator viel schneller auf als Dieselfahrzeuge, weil deren Abgastemperatur höher ist. Heisst, in der Warmlaufphase ist der Benziner und insbesondere der Gasmotor deutlich sauberer. Und das riecht man auch. Außerdem wäre es interessant zu erfahren, wie sauber die Euro 6d-Diesel unter höherer Last tatsächlich sind, weil mit dem Adblu-Vorrat gehaushaltet werden muss.
Und trotzdem stimmen die Werte des Diesels, denn oben genannter Test fängt mit einem Kaltstart an. Das liegt übrigens durchaus daran, dass der Diesel bei unverbrannten Kohlenwasserstoffen (HC) und Kohlenmonoxid (CO) aufgrund des Luftüberschusses keine Probleme hat. Der braucht diese Temperaturen nicht, die ein 3-Wege Kat braucht. Und ich will deinen Geruchssinn nicht beleidigen, aber es ist schlicht unmöglich anhand des Geruchs auf Schadstoffkonzentrationen zu schließen. Da hat Gastra vollkommen recht, hier betreibst du Einbildung vom Feinsten.
Und der ADAC EcoTest ist tatsächlich nicht schlecht und hat auch höhere Lastabschnitte (das fällt vielen Fahrzeugen auf die Füße, dass da auch mal das Gaspedal durchgetreten wird ... im Gegensatz zum NEFZ oder WLPT ... ist aber echt realistisch). Dabei greifst du hier mit dem AdBlue Vorrat nach dem letzten Strohhalm. Eine ordentliche Reinigung, wie bei oben genanntem Mercedes erfordert ca. 3-5% AdBlue vom Verbrauch. Da muss man eben die AdBlue Pistole ungefähr so oft rein halten, wie wir Erdgasfahrer die Benzinpistole reinhalten. Das ist doch alle 10.000km echt kein Beinbruch.
supercruise hat geschrieben:
13.11.2018 18:58
Zur der Besteuerung. Ist bekannt, dem habe ich auch gar nicht widersprochen. Es geht aber in diesem Fall darum, in welcher Dimension der Staat insgesamt auf Einnahmen verzichtet hat. Und da der Anteil an CNG-Fahrzeugen und LNG-LKW so klein ist, fällt das eben nicht ins Gewicht.
...
Bei CNG/LNG geht es darum, dass man diese Technologie langfristig auf dem Markt etabliert. Weil dies bei LPG bereits der Fall ist (7.000 Tankstellen und 400.000 Fahrzeuge im Bestand) wurde die Abschmelzung des Steuervorteils vor CNG/LNG beschlossen. Überhaupt ist bei CNG/LNG hier eine Bevorzugung gerechtfertigt, aus den ökologischen Gründen. Die es beim Diesel aber nicht gibt.
Du willst einerseits den CNG/LNG Anteil steigern, was aber nur mit noch höheren Steuernachlässen als beim Diesel gelingen kann. Und was machst du, wenn der Anteil dann irgendwann mal so hoch ist, dass er dem Staat richtig weh tut?
Wo sind denn noch die ökologischen Vorteile von CNG? Oben hast du schon anerkannt, dass bei den Schadstoffen beide auf Augenhöhe sich bewegen. Beim CO2 tun sie das in der Regel auch (was eben eine steuerliche Bevorzugung gegenüber dem Benziner rechtfertigt, der klar schlechter ist).
Aus meiner Sicht ist CNG inzwischen aus staatlicher Sicht einfach überflüssig geworden. Moderne Diesel haben nachgelegt, bei CNG wird einfach mit großem Abstand das meiste Steuergeld (relativ) liegen gelassen. Einen Zustand wo nicht nur "250 Milliarden liegen gelassen werden", sondern eher das Doppelte, ohne echte ökologische Wirkung, ist doch nicht erstrebenswert.

supercruise
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Re: Dieselbashing = Fake?

Beitrag von supercruise » 13.11.2018 20:30

Du möchtest doch immer das Gegenteil behaupten, egal welche Begründung dir geliefert wurde.

Zum Geruchsinn. Ich fahre zwar nur einen CNG-Auto mit der Abgasnorm Euro 5, allerdings gibt es einen meilenweiten Unterschied, wenn das Auto auf Benzin startet oder auf Gas. Während es beim Kaltstart auf Benzin stinkt, riecht man beim Kaltstart auf CNG nichts. Da ich in einer Garage starte kommt der Geruch durch die Lüftung sogar in den Innenraum. Und jetzt unterstellst du mir auch, das wäre Einbildung?
Ich unterstelle dir ja auch nicht, dass dein Geruchsinn eingeschränkt ist.

Zur der Besteuerung. Du willst nur das verstehen, was dir angenehm ist. Entscheidend ist, auf wieviel Steuereinnahmen der Staat verzichtet hat.
Und da wirst du nicht bestreiten können, dass mehr als eine viertel Billionen € "etwas" zu viel des Guten waren.

Bei CNG sind es vermutlich nur ein paar Millionen jährlich, da habe ich keine Zahlen. Eben weil der Markt zu unbedeutend ist.
Aber zu deiner Frage. Ja, wenn CNG und LNG etabliert ist, wird man den Kraftstoff höher besteuern. Was ich auch richtig finde.

Damit nicht der Eindruck ensteht ich wollte daraus persönlich einen Vorteil schlagen. Noch bevor CNG teurer wird, werde ich elektrisch fahren.
Von daher spielt es für mch persönlch überhaupt keine Rolle, wie hoch CNG und LNG besteuert wird.

Nur, man sollte mal bei den Fakten bleiben. Ich vergaß noch auf einen Standpunkt von dir einzugehen. Warum der SUV-Boom in den USA so groß ist, obwohl dort bis auf wenige Ausnahmen alle Benzin fahren hattest du gefragt.

Im Ernst? Umgerechnet kost der Liter in den USA 0,70 € pro Liter! Da ist selbst Erdgasfahren hier zu Lande teurer.

Robert
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Re: Dieselbashing = Fake?

Beitrag von Robert » 13.11.2018 21:08

supercruise hat geschrieben:
13.11.2018 20:30
Zum Geruchsinn. Ich fahre zwar nur einen CNG-Auto mit der Abgasnorm Euro 5, allerdings gibt es einen meilenweiten Unterschied, wenn das Auto auf Benzin startet oder auf Gas. Während es beim Kaltstart auf Benzin stinkt, riecht man beim Kaltstart auf CNG nichts. Da ich in einer Garage starte kommt der Geruch durch die Lüftung sogar in den Innenraum.
Der Geruchssinn ist einfach nicht tauglich als Schadstoffmessung, das ist der Punkt. Wie viel es dir stinkt, ist nicht relevant für deine Gesundheit. Vor allem die relevanten Schadstoffe, HC und CO, sind nachweislich geruchslose Gase.
supercruise hat geschrieben:
13.11.2018 20:30
Damit nicht der Eindruck ensteht ich wollte daraus persönlich einen Vorteil schlagen. Noch bevor CNG teurer wird, werde ich elektrisch fahren.
Von daher spielt es für mch persönlch überhaupt keine Rolle, wie hoch CNG und LNG besteuert wird.
Klar willst du das.
Ich persönlich fände eine reine CO2 Steuer durchaus gerecht. Aber natürlich auch für E-Karren nach dem Strommix. Fändest du das auch gut?
supercruise hat geschrieben:
13.11.2018 20:30
Ich vergaß noch auf einen Standpunkt von dir einzugehen. Warum der SUV-Boom in den USA so groß ist, obwohl dort bis auf wenige Ausnahmen alle Benzin fahren hattest du gefragt.

Im Ernst? Umgerechnet kost der Liter in den USA 0,70 € pro Liter! Da ist selbst Erdgasfahren hier zu Lande teurer.
Das habe ich nicht gefragt, sondern festgestellt. Dabei ist das sicher kein Beweis, sondern nur ein Indiz.
Denn es sollte auch nur ein Hinweis sein, dass deine Theorie Murks ist. Dabei war das mit den USA sicher nur ein schwaches Indiz, das deutlich kräftigere ist, dass trotz nachlassende Dieselnachfrage der SUV-Boom weiter ungebrochen ist (und die Benzinpreise sind sogar noch echt steigend). Warum gehst du darauf nicht ein? Den Diesel für den SUV-Unsinn verantwortlich zu machen, das ist einfach Unsinn!

Gastra
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Re: Dieselbashing = Fake?

Beitrag von Gastra » 13.11.2018 21:10

Angenommen es würde 90 % der Bevölkerung mit CNG Fahren, wie es umweltpolitisch wünschnswert wäre, auf wieviel Kohle müsste dann der Staat verzichten? Noch schlimmer, wie sieht es aus wenn 90% elektrisch fahren würden?

Geht es Dir nur darum zu einer elitären Minderheit zu gehören (dann spielt die Besteuerung des Exotenkraftstoffs keine Rolle) oder möchtest Du dass sich umweltfreundliche Lösungen im fairen Wettbewerb durchsetzen?

supercruise
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Re: Dieselbashing = Fake?

Beitrag von supercruise » 13.11.2018 21:38

Natürlich das zweite. Wenn CNG einen nennenswerten Anteil hätte und absehbare Zeit dauerhaft etabliert wäre, dann würde es auch keinen Grund mehr geben, CNG auf diesen niedrigen Niveau zu besteuern. Und das ist meine ehrliche Meinung. Also kann der Liter Diesel doch genaus viel kosten wie Benzin?

Wir sehen es doch an der Diesel-Besteuerung, die viertel Billionen € fehlt dem Staat. Sie ist für immer weg. Natürlich freut es einem an der Zapfsäule zu sparen. Wer tut das nicht gerne. Nur ist der Staat eben auf die Steuereinahmen angewiesen. Deswegen frage ich mich auch was passieren wird, wenn sich die Elektromobilität zur vorherschenden Antriebsform entwickeln würde. Auf die Steuern wird der Staat ja wohl kaum verzichten wollen?

Muss man sich dann einen speraten Zähler installieren, wenn man sein E-Auto zu Hause aufläd?

@Robert

Ich habe auch nicht behauptet, welche Schadstoffe ich da riechen kann. Und das die Schadstoffe die man nicht riecht keine Gefahr darstellen habe ich ebenfalls nicht behauptet. Nur, das was man riecht kann nicht gesund sein und angenehm ist es auch nicht. Lege einem doch bitte nicht solche Deutungen in den Mund.

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Re: Dieselbashing = Fake?

Beitrag von Robert » 14.11.2018 19:37

supercruise hat geschrieben:
13.11.2018 21:38
Wenn CNG einen nennenswerten Anteil hätte und absehbare Zeit dauerhaft etabliert wäre, dann würde es auch keinen Grund mehr geben, CNG auf diesen niedrigen Niveau zu besteuern.
Das ist doch Unsinn. Die Konkurrenzfähigkeit von CNG ergibt sich doch vor allem aus dem Steuervorteil. Ist der weg, dann wird praktisch niemand mehr CNG kaufen. Der nennenswerte Anteil wäre dann ganz schnell wieder weg.

Davon abgesehen, wäre ich durchaus dafür die Steuern bei Benzin und Diesel anzugleichen ... allerdings natürlich alle Steuern, also auch die KFZ-Steuer. Ändern würde das allerdings nicht viel.
supercruise hat geschrieben:
13.11.2018 21:38
Nur, das was man riecht kann nicht gesund sein und angenehm ist es auch nicht.
Nur weil man etwas riecht, bedeutet das noch lange nicht, dass es ungesund ist. Auch unangenehme Gerüche sagen nicht aus, was, ob und wie hoch die Gesundheitsgefahr ist.
Von Geruch auf die Gesundheitsgefahr zu schließen, ist einfach nicht möglich.

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Re: Dieselbashing = Fake?

Beitrag von supercruise » 17.11.2018 22:13

Lese doch bitte was ich schreibe.

Wenn der Dieselpreis an dem Benzinpreis angeglichen wird, was ja einige fordern, dann kann CNG auch teurer werden, ohne den Wettbewerbsvorteil zu verlieren. Solange nicht über den Energiegehalt besteuert wird, ist das kein Problem. Am günstigsten wäre es über den Co2-Austoß, was du ja schon selbst geschrieben hast.
Vor allem mit der Option regeneratives Methan positiv anzurechnen.

Der Liter Diesel für 1,60€? Mal sehen wie viele Dieselautos dann noch verkauft werden. Die Tendenz geht ja jetzt schon jetzt unter 30% Marktanteil.

Robert
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Re: Dieselbashing = Fake?

Beitrag von Robert » 18.11.2018 11:36

supercruise hat geschrieben:
17.11.2018 22:13
Am günstigsten wäre es über den Co2-Austoß, was du ja schon selbst geschrieben hast.
Über CO2 ist es etwas günstiger als über den Energieinhalt, würde aber ebenfalls genauso den sofortigen Tod von Erdgas sorgen. Von "am günstigsten" kann da keine Rede sein.

Und der große Vorteil des Diesels sind nicht die 15 Cent/l Ersparnis, sondern die 25% weniger an Menge gegenüber dem Benziner, die man tanken muss. Ähnlich wie bei CNG.

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Re: Dieselbashing = Fake?

Beitrag von Gastra » 18.11.2018 14:48


Über CO2 ist es etwas günstiger als über den Energieinhalt, würde aber ebenfalls genauso den sofortigen Tod von Erdgas sorgen. Von "am günstigsten" kann da keine Rede sein.

Und der große Vorteil des Diesels sind nicht die 15 Cent/l Ersparnis, sondern die 25% weniger an Menge gegenüber dem Benziner, die man tanken muss. Ähnlich wie bei CNG.
Ein Liter Diesel hat etwa 10-12 % mehr Energie as ein Liter Benzin, keineswegs 25 %
Zuletzt geändert von Bassmann am 19.11.2018 00:42, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Hab am Layout gefrickelt. B.

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Re: Dieselbashing = Fake?

Beitrag von Gulbenkian » 18.11.2018 20:33

Gastra hat geschrieben:
18.11.2018 14:48
Robert hat geschrieben: Und der große Vorteil des Diesels sind nicht die 15 Cent/l Ersparnis, sondern die 25% weniger an Menge gegenüber dem Benziner, die man tanken muss. Ähnlich wie bei CNG.
Ein Liter Diesel hat etwa 10-12 % mehr Energie as ein Liter Benzin, keineswegs 25 %
EIn Liter Diesel hat ca. 16% mehr Energie als ein Liter Benzin (9912Wh vs. 8527Wh). Robert schrieb auch nur, dass man 25% weniger DIesel tanken muss, als Benzin. Da steckt keine Aussage über den Energiegehalt drin. Da Dieselmotoren wesentlich effizienter arbeiten als Benziner, kommt das noch dazu, wenn man den Verbrauch betrachtet.
Golf IV BiFuel '06
Touran 2.0 Ecofuel

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Re: Dieselbashing = Fake?

Beitrag von metallian » 19.11.2018 00:23

supercruise hat geschrieben:
17.11.2018 22:13
Der Liter Diesel für 1,60€? Mal sehen wie viele Dieselautos dann noch verkauft werden. Die Tendenz geht ja jetzt schon jetzt unter 30% Marktanteil.
Das hatten wir schon mal in den Jahren 2014 bis 2015.
In Italien nahezu durchgehend. In Deutschland ab und zu in Spitzenzeiten.!
Und seit einigen Wochen nun wieder. Auch in Deutschland.
Vorallem Nachts und an Autobahnen wird diese Hürde regelmäßig erreicht/übersprungen.
Die Dummheit ist die einzige Krankheit, an welcher nicht der Befallene, sondern seine Umwelt leidet.

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Re: Dieselbashing = Fake?

Beitrag von supercruise » 19.11.2018 01:38

Ja, aber nicht konstant. In Italien ist der hohe Preis normal. Nicht umsonst gibt es in Italien 1 Millionen Erdgasautos. :D

Und ob der Diesel in der Praxis so viel sparsamer ist, als ein auf Erdgas optimierter Ottomotor, mit samt den Technologien die möglich wären, darf bezweifelt werden.

Zumal der Otto-Motor einen entscheidenen Vorteil hat. Er ist deutlich günstiger herzustellen als ein Dieselmotor, das lässt finanziellen Spielraum für einen Hybrid-Antriebstrang. Siehe Toyota HSD.

Diesel und Hybrid gibt es auch, aber es hat seine Gründe warum sich das bis heute nicht durchgesetzt hat.
Erstens ist diese Insellösung viel zu teuer und zweitens harmoniert der Selbszünder mit dem Elektromotor weniger gut als mit dem Ottomotor.

Schade das es viele nicht merken.

- 0815 Autos können genauso gut mit Erdgas fahren.
- Luxusautos haben schon immer überwiegend Benzinmotoren gehabt, die leistungsstärker sind und viel ruhiger laufen.
- Sportwagen und Diesel? Da gibt es nur ganz wenige Exoten.

Es macht im Prinzip überhaupt keinen Sinn mehr in die Entwicklung von Dieselmotoren Geld zu investieren und da nicht nur im PKW/LKW-Bereich sondern generell. Dafür gibt es einige Gründe.

Am meisten Co2 wird mit der Elektrifizierung gespart, aber auch mit Synth-Fuels. Und hier ist mit Gas einfach mehr möglich. Ein entscheidener Vorteil ist auch, dass die Erdgasreserven höher sind als die Erdölreserven und gerechter verteilt sind. Und wenn man dann bedenkt, dass der Ottomotor, der sowohl Benzin als auch Gas verbrennt, deutlich mehr Entwicklungspotenzial als der Selbstzünder aufweißt kommt man zu den Schluss, dass der Diesel keine lange Zukunft mehr haben wird.

Entwicklungspotenzial Benzin-/Gasmotoren:

- CNG/LNG Direkteinblasung
- Laserzündung
- Variable Verdichtung (bei monovalenter Ausführung aber nicht mehr notwendig)

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